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DSV-Sportdirektor Beckmann tritt ab

Ralf Beckmann wird seinen Vertrag als Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nicht verlängern. Der Wuppertaler führte als Grund Differenzen mit DSV-Präsidentin Christa Thiel an.

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) wird in Zukunft ohne Sportdirektor Ralf Beckmann planen müssen. Der Wuppertaler gab wenige Stunden vor Beginn der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen bekannt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird und sorgte damit für große Unruhe im deutschen Schwimmerlager. Beckmann, der zum 28. Februar 2006 aus dem Amt scheiden wird, nannte als Grund für seinen Entschluss Differenzen mit DSV-Präsidentin Christa Thiel. Vor allem über die Laufzeit eines neuen Vertrages hatte keine Einigung erzielt werden können. Der Verband wollte Beckmann nur einen Vertrag über zweidreiviertel Jahre geben, der Cheftrainer aber weitere fünf Jahre im Amt bleiben.

"Ich habe mich entschieden, dieses Angebot nicht anzunehmen, da ich auch an meine persönliche Zukunft denken muss. Außerdem wurde die zunehmend schleppende und hinhaltende Verhandlungsführung durch den DSV zu einer Belastung", erläuterte Beckmann seine Entscheidung. In einer vorbereiteten Erklärung schrieb er, der monatelange Schwebezsutand habe sich hinderlich auf die operativen Abläufe ausgewirkt.

"Muss nicht jedes Tänzchen mitmachen"

Ganz offensichtlich sind Differenzen zwischen Beckmann und Präsidentin Thiel, der Beckmann die Entscheidung am Donnerstagmorgen schriftlich mitteilte, der Hauptgrund für die jüngste Entwicklung. "Auch wenn Damenwahl ist, muss nicht jeder Herr jedes Tänzchen mitmachen", meinte Beckmann.

Das abschließende Vertragsangebot des DSV lag dem Wuppertaler seit Montag letzter Woche vor. Danach habe Thiel mehrere Fristen verstreichen lassen, um noch einmal auf ihn zuzugehen, erklärte Beckmann. Am Wochenende sei er dann gemeinsam mit der Familie zu der Entscheidung gekommen, aufzuhören. Thiel erklärte am Donnerstagnachmittag lediglich: "Unser Angebot hat offensichtlich nicht ausgereicht. Wir müssen nun zu einer neuen Gestaltung kommen."

Laut Beckmanns noch laufendem Vertrag hätte bis zum 30. Juni eine Einigung über die Vertragsverlängerung erzielt werden müssen. Der Trainer bezeichnete einen Rücktritt vom Rücktritt als "höchstgradig unwahrscheinlich" und kehrt somit in seinen Beruf bei der Stadt Wuppertal zurück.

Schwimmer setzen sich für Beckmann ein

Die deutschen Schwimmer reagierten entsetzt. "Ich bin geschockt", meinte die Olympiadritte und Aktivensprecherin Anne Poleska: "Das ist ein großer Verlust für den DSV. Wir hätten sehr gern mit Herrn Beckmann weitergearbeitet, und deshalb muss etwas geschehen. Es gibt derzeit keine Alternative zu Herrn Beckmann."

Auch Weltmeister Mark Warnecke setzte sich für Beckmann ein: "Das ist ein Tiefschlag und zeigt nur, wie weit die Spitze von der Basis weg ist." Warneckes und Poleskas Trainer Horst Melzer, der Mitglied im Trainerrat des DSV ist, reagierte mit Unverständnis: "Es ist überhaupt nicht nachvollziebar, wie Frau Thiel diesen Verlust begründen will. Es ist auch völlig unverständlich wie unprofessionell und lax sie mit den Vertragsverhandlungen umgegangen ist."

© SID

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