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Schwimm-Legende Peter Nocke feiert 50. Geburtstag

Peter Nocke gewann 1975 zusammen mit dem heutigen NOK-Präsidenten Klaus Steinbach, Werner Lampe und Hans-Joachim Geissler im 4x200-m-Freistilrennen das erste deutsche Schwimm-Gold der WM-Geschichte. Heute wird Nocke 50.

Zu Gunsten einer gesicherten Zukunft gab der damals 22 Jahre alte Peter Nocke nach neun EM-Titeln, zwei olympischen Bronzemedaillen und einmal WM-Gold seine Schwimm-Karriere Ende 1977 auf. "Ich hatte ein attraktives Angebot, das mir eine berufliche Perspektive bot. Da wir damals aber nur Amateure sein durften, musste ich meine Laufbahn beenden. Schon eine Autogrammstunde war ja zuviel", berichtet Nocke aus der "dämlichen Zeit", als der Sportler noch Amateur zu sein hatte und nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees kein Geld damit verdienen sollte.

Peter Nocke stieg also aus dem Wasser, wurde Handelsvertreter bei einem Schwimmartikelhersteller und schaffte den erfolgreichen Übergang vom Becken ins Berufsleben. Am heutigen Dienstag wird er 50, und seine Party feiert er trotz des frühen Abschieds aus dem Wasser ganz in alter Verbundenheit zu seiner alten Leidenschaft im Klubhaus seines Wuppertaler Vereins.

Zwei bis dreimal die Woche steigt Nocke, der mittlerweile die Firma seiner Eltern übernommen hat, noch ins Becken. Dazu kommen mehrere Übungseinheiten auf dem Heimtrainer. So scheint es fast, als sei der zu seiner aktiven Zeit als trainingsfaul verschriene Nocke doch noch ein Fleißarbeiter geworden.

Heutzutage Meistertitel in der Seniorenklasse

"Es stimmt schon, dass ich damals ein wenig faul war. Aber wir haben ohnehin weniger getan und waren mit viel mehr Spaß bei der Sache. Heute ist alles viel ernster - und ich denke mehr an meine Gesundheit", sagt Nocke. Dank des regelmäßigen Trainings reicht es für den großen Schwimmstilisten, der seine Rennen meist erst auf den letzten Metern für sich entschied, heute noch immer für deutsche Meistertitel in seiner Altersklasse.

Ansonsten hat er mit dem großen Schwimmsport nicht mehr viel zu tun und hält eher den "Kontakt zu den örtlichen Schwimmern in Wuppertal". Von dort war er damals auch ausgezogen, um 1975 in Cali gemeinsam mit dem heutigen NOK-Präsidenten Klaus Steinbach, Werner Lampe und Hans-Joachim Geissler im 4x200-m-Freistilrennen das erste deutsche Schwimm-Gold der WM-Geschichte zu holen.

Bronze von Montreal größter Einzelerfolg

Allerdings hatte der Triumph für Nocke und Co. einen leichten Beigeschmack, denn die deutschen Herren kamen erst nach einer Fehlstart-Disqualifikation der im Rennen überlegen führenden US-Staffel zum Titel. "Wir fühlten uns damals nicht direkt als Sieger. Schließlich hatten wir den Titel nicht zu 100 Prozent selbst erkämpft", erzählt Nocke.

So bleibt für ihn die olympische Bronzemedaille von Montreal als Solist über 100 m Freistil der größte Erfolg seiner Karriere. Auch die neun EM-Siege, die Nocke als 18-Jähriger 1974 in Wien (fünfmal Gold) und 1977 in Jonköpping (vier) holte, können da nicht mithalten. Aber immerhin war Nocke damit der erfolgreichste EM-Schwimmer seiner Zeit.

© SID

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