Schwimmen Weltcup
Biedermann bestätigt Duell mit Phelps

Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat seine feste Zusage für den Kurzbahn-Weltcup in Berlin am Wochenende gegeben. Dort trifft er auf Rekord-Olympiasieger Michael Phelps.

Erst gab Paul Biedermann angriffslustig grünes Licht für den Showdown, dann spielte sein Rivale Michael Phelps lässig mit Fünf-Tage-Bart und grauer Jogginghose die Bedeutung des Duells herunter: Die mit Spannung erwartete WM-Revanche der beiden Schwimm-Stars beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin am Wochenende ist nach der Zusage des zuvor verletzten Biedermanns zwar perfekt, doch sie droht ein Muster ohne Wert zu werden. Sowohl der angeschlagene Doppel-Weltmeister Biedermann als auch der gegen den Anzugwahn meuternde Rekord-Olympiasieger Phelps scheinen derzeit weit weg von ihrer Bestform.

"Ja, ich werde dabei sein. Es ist nicht so schlimm, wie es dargestellt wurde. Alles ist gut verheilt", sagte Biedermann, der sich vor zwei Wochen im Training einen leichten Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen hatte. Am Freitagvormittag absolvierte er unter Anleitung des früheren Weltmeisters und heutigen Arztes Mark Warnecke einen Härtetest gab danach grünes Licht. "Er hat noch eine kleine Beule in der Kniekehle, aber es ist so weit stabil, dass wir das Risiko eingehen können", meinte Warnecke.

Phelps kommt mit Textil-Badehose

Dem Rennen über 200m Freistil am Sonntag gegen Phelps, den er bei der WM in Rom Ende Juli mit einem Fabel-Weltrekord vom Thron gestoßen hatte, sieht Biedermann, der kürzlich von einem Magazin zum "Mann des Jahres" im Sport gewählt wurde, gespannt entgegen: "Ich freue mich darauf, habe große Lust, zu schwimmen. Mal sehen, was alles möglich ist." Allerdings dürfte er aufgrund der nicht ganz ausgeheilten Verletzung Nachteile bei den Wenden haben.

Erhebliche Wettbewerbsnachteile hat auch Phelps - das allerdings freiwillig. Der 14-malige Olymiasieger startet auch in Berlin nur in einer Textil-Badehose, in der er schon vor wenigen Tagen in Stockholm hinterhergeschwommen ist. "Die ganze Anzugs-Debatte gibt es ja seit einiger Zeit, aber ich bereite mich lieber auf die Zukunft vor", sagte Phelps.

Für Biedermann kommt ein solcher "stiller Protest" gegen die Rekord-Inflation durch High-Tech-Anzüge nicht infrage. "Wer hatte denn einen Anzugs-Vorteil bei Olympia? Das waren nicht die Deutschen. Ich will diesen Vorteil jetzt so lange es geht genießen", sagte der 23-Jährige. Der Weltverband Fina verbietet erst ab dem 1. Januar 2010 die Ganzkörper-Wunderanzüge.

Britta Steffen verzichtet

Besondere Rachegelüste gegenüber Biedermann verspürt Phelps ohnehin nicht: "Ich bin schon oft gegen ihn geschwommen und werde es auch in Zukunft noch häufig tun." Viel mehr sei er daran interessiert, seine eigene Form zu verbessern: "Ich muss zugeben, dass ich nicht in bester Verfassung bin. Aber ich arbeite daran."

Doch nicht nur die Auftritte von Biedermann und Phelps sind einen Besuch in den Europasportpark wert. Das Teilnehmerfeld der vierten von insgesamt fünf Weltcupstationen ist mit Superstars der Szene bestückt: Insgesamt sind 27 Welt- und 28 Europameister sowie die Peking-Olympiasieger Phelps, Oussasama Mellouli (Tunesien), Leisel Jones (Australien) und Liu Zige (China) gemeldet. Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte wegen Formschwäche ihren Verzicht auf die Kurzbahn-Saison bekannt gegeben.

Die Gesamtsieger bei den Männern und Frauen erhalten je 100 000 Dollar Siegprämie, die beste Leistung in Berlin wird mit einem Auto im Wert von 30 000 Euro belohnt. Der DSV wertet die Weltcups dadurch auf, dass er die dort sowie bei der DM in Essen (26. bis 29. November) erbrachten Ergebnisse als Nominierungskriterien für die Kurzbahn-EM in Istanbul vom 10. bis 13. Dezember heranzieht. "Wir stehen in der Pflicht, die guten Leistungen der WM auch auf der Kurzbahn zu bestätigen", sagte Bundestrainer Dirk Lange.

© SID

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