Schwimmen Weltcup
Biedermann gewinnt auch über 200m mit Weltrekord

Beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin ist Paul Biedermann erneut Weltrekord geschwommen. Der Doppel-Weltmeister legte über 200m eine Zeit von 1:39,37 Minuten hin.

Der deutsche Schwimmstar Paul Biedermann hat beim Rekord-Festival von Berlin mit einem Weltrekord-Double alles überstrahlt. Einen Tag nach seinem Triumph in Weltbestzeit über 400m Freistil (3:32,77) stellte der 23-Jährige aus Halle beim Kurzbahn-Weltcup auch über die halbe Distanz in 1:39,37 Minuten einen Fabelweltrekord auf. Die mit Spannung erwartete WM-Revanche gegen Michael Phelps fiel ins Wasser, weil der formschwache und nur in Badehose schwimmende US-Amerikaner das Finale als indiskutabler Zwölfter (1:44,07) verpasst hatte.

"Das waren geile Rennen. Ich bin stolz, dass ich über 200 Meter der Erste bin, der unter 100 Sekunden geschwommen ist. Ich bin aber ein bisschen enttäuscht, dass Phelps nicht in Topform war. Das wäre ein schönes Duell geworden", sagte Biedermann. Am Sonntag blieb er fast eineinhalb Sekunden unter seinem vor einem Jahr an gleicher Stelle erzielten Rekord.

"Abspecken, damit ich nicht absaufe"

Angesichts seiner ausgezeichneten Verfassung sieht Biedermann, dessen Start wegen eines vor zwei Wochen erlittenen Muskelfaserrisses lange auf der Kippe stand, dem Ende der Ära der High-Tech-Anzüge am Jahresende etwas traurig entgegen: "Ich werde abspecken müssen, damit ich nicht absaufe. Der Anzug hat mich oben gehalten."

Die Auftritte des Superstars Phelps enttäuschten die Fans. Der 14-malige Olympiasieger sah ungewöhnlich häufig nur die Hacken der Konkurrenten, weil er freiwillig auf einen der Superanzüge verzichtete. "Sollen die anderen in High-Tech-Anzügen schwimmen, ich bereite mich lieber auf die Zukunft vor", sagte Phelps, der über 200m Lagen als Zweiter ins Ziel kam, und gab zu: "Ich bin noch nicht in der Verfassung, in der ich gerne sein möchte."

"Ich wollte beweisen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin"

In Biedermanns Sog überzeugten viele weitere deutsche Athleten - allen voran Steffen Deibler, der seinen vor drei Wochen in Aachen aufgestellten Weltrekord über 50m Schmetterling um 26 Hundertstel auf 21,80 Sekunden verbesserte. "Ich wollte beweisen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin", sagte der 22-Jährige, der über die doppelte Distanz (49,23) sowie zweimal über 50m Freistil (erst 20,99, dann 20,73) deutsche Rekorde schwamm.

Im schnellen Becken des ausverkauften Europasportparks purzelten die Rekorde fast im Minutentakt. Ingesamt fielen 16 Welt-, sechs Europarekorde und zwölf deutsche Bestzeiten. Wie die Fina am Sonntag bekannt gab, bedeutete dies ebenfalls einen Rekord. Noch nie hatte es zuvor so viele Weltrekorde bei einem Meeting gegeben.

Weltrekord über Weltrekord

Für Weltrekorde sorgten auch der Südafrikaner Cameron van der Burgh über 50m (25,25 Sekunden) und 100m (55,61) Schmetterling, die Australierin Leisel Jones über 100m (1:03,00) und 200m (2:15,42) Brust, die Japanerin Shiho Sakai über 200m (2:00,18) und 100m (55,23) Rücken, die Russen Sergej Fesikow im Vorlauf über 100m Lagen (50,95), Jewgeni Korotischkin über 100m Schmetterling (48,48) und Arkady Wjatschanin über 200m Rücken (1;47,11). Auch der Südafrikaner Darian Townsend über 200m Lagen (1:51,55), die Chinesin Liu Zige über 200m Schmetterling (2:00,78), die Amerikanerin Jessica Hardy über 50m Brust (28,80) und die Niederländerin Hinkelien Schreuder über 100m Lagen (57,74) schwammen Weltbestzeiten.

Mit Europarekorden schlugen Daniela Samulski (Essen) über 50m Rücken (26,21) und Janne Schäfer aus Heidelberg über 50m Brust (29,55) an. Auch der Russe Stanislaw Lachtjuchow zweimal über 100m Brust (erst 57,16, dann 57,11), der Spanier Melquiades Alvarez über 200m Brust (2:02,67) sowie die Dänin Rikke Moller Pedersen über 200m Brust (2:18,30) legten kontinentale Bestmarken hin.

Berlin ist vierte von fünf Weltcupstationen

Berlin ist die vierte von insgesamt fünf Weltcupstationen. Insgesamt waren 27 Welt- und 28 Europameister sowie vier Peking-Olympiasieger am Start. Den Abschluss bildet der Weltcup in Singapur am 21./22. November. Die Gesamtsieger bei den Männern und Frauen erhalten je 100 000 Dollar Siegprämie.

Vom 26. bis 29. November findet in Essen die deutsche Kurzbahn-EM statt. Es ist die letzte Möglichkeit für deutsche Athleten, die Normen für die Kurzbahn-EM in Istanbul (10. bis 13. Dezember) zu erfüllen.

© SID

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