Schwimmen Weltcup
Biedermann und Deibler schwimmen Weltrekord

Beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin ist Paul Biedermann Weltrekord über 400m Freistil geschwommen. Steffen Deibler gewann die 50m Schmetterling ebenfalls in Weltrekordzeit.

Paul Biedermann und Steffen Deibler haben beim Rekord-Festival der Schwimmer in Berlin mit Weltbestzeiten für die Highlights aus deutscher Sicht gesorgt. Erst siegte Doppel-Weltmeister Biedermann (Halle/Saale) im Finale des Kurzbahn-Weltcups über 400m Freistil in 3:32,77 Minuten und blieb damit deutlich unter der alten Bestmarke des Australiers Grant Hackett (3:34,58). Wenig später tat es ihm Deibler gleich und unterbot mit der Siegeszeit von 21,80 seinen eigenen Weltrekord über 50m Schmetterling um 26 Hundertstel.

"Ich dachte, das wird heute richtig schlecht. Ich war wegen der Verletzung aufgeregter als bei der WM. Außerdem habe ich 45 Minuten gebracht, um in den Anzug zu kommen. Ich bin etwas dicker geworden in meiner Pause. Aber es war ein richtig geiles Rennen", sagte Biedermann, dessen Start wegen eines vor zwei Wochen erlittenen Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel lange Zeit auf der Kippe stand.

Der 23-Jährige freute sich bereits auf die WM-Revanche gegen den allerdings formschwachen und nur in Badehose schwimmenden Superstar Michael Phelps (USA) über die halbe Distanz am Sonntag: "Das wird ein sehr interessantes Rennen. Ich bin optimistisch."

Flut von Rekorden

Deibler schlug vor Freude die Faust auf's Wasser und meinte anschließend: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier als Weltrekordler aus dem Wasser steige." Der Hamburger hatte erst vor drei Wochen mit dem Weltrekord beim Schwimmfest in Aachen den Durchbruch in die Weltspitze geschafft.

Biedermanns und Deiblers Bestmarken reihten sich ein in eine Flut von Rekorden im schnellen Berliner Becken. Insgesamt fielen sechs Welt-, zwei Europarekorde und sechs deutsche Bestmarken. Weltrekorde schwammen auch Vorjahres-Gesamtsieger Cameron van der Burgh aus Südafrika über 50m Brust in 25,25 Sekunden, die Australierin Leisel Jones über 100m Brust in 1:03,00 Minuten, die Japanerin Shiho Sakai über 200m Rücken in 2:00,18 sowie der Russe Sergej Fesikow im Vorlauf über 100m Lagen in 50,95 Sekunden.

Die WM-Zweite Daniela Samulski (Essen) schwamm über 50m Rücken im Vorlauf deutschen Rekord, ehe sie im Finale nachlegte und in 26,21 Sekunden gar einen Europarekord erzielte. Auch der Spanier Melquiades Alvarez schaffte über 200m Brust in 2:02,67 Minuten eine kontinentale Bestmarke.

Phelps enttäuscht

Der Darmstädter Marco Koch knackte über 50m Brust in 26,68 den knapp elf Jahre alten deutschen Rekord von Ex-Weltmeister Mark Warnecke um zwei Hundertstel. Über 100m Brust fiel die nationale Bestmarke gleich dreimal: Erst im Vorlauf durch die Essenerinnen Caroline Ruhnau und Kerstin Vogel, dann im Finale durch Sarah Poewe (Wuppertal) in 1:05,12 Minuten. Auch Theresa Michalak (Halle/Saale) erzielte als Dritte über 200m Lagen in 2:07,65 Minuten deutschen Rekord.

Enttäuscht hat dagegen Superstar Phelps. Der 14-malige Olympiasieger schwamm in seiner einfachen Textil-Badehose als Fünfter über 200m Schmetterling (1:54,22) der Konkurrenz mit ihren High-Tech-Anzügen nur hinterher. "Sollen andere in High-Tech-Anzügen starten, ich bereite mich auf die Zukunft vor", sagte Phelps, gab jedoch auch zu: "Ich bin nicht in der Form, die ich gerne hätte." Der Weltverband Fina verbietet die gummibeschichteten Ganzkörper-Wunderanzüge erst ab dem 1. Januar 2010.

Berlin ist die vierte von insgesamt fünf Weltcupstationen und wartet mit einem Star-Aufgebot der Superlative auf. Insgesamt sind 27 Welt- und 28 Europameister sowie vier Peking-Olympiasieger am Start. Den Abschluss bildet der Weltcup in Singapur am 21./22. November. Die Gesamtsieger bei den Männern und Frauen erhalten je 100 000 Dollar Siegprämie, die beste Leistung in Berlin wird mit einem Auto im Wert von 30 000 Euro belohnt.

© SID

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