Schwimmen Weltcup
Phelps sucht nach seiner Form

Beim Kurzbahn-Weltcup in Stockholm präsentierte sich der amerikanische Ausnahmeschwimmer Michael Phelps, allerdings ohne High-Tech-Anzug, außer Form.

Bart statt Babyface, einfache Hose statt High-Tech-Anzug: Schwimm-Superstar Michael Phelps aus den USA hat bei seiner Rückkehr ins Wettkampf-Becken nach der WM in Rom nicht nur optisch überrascht. Beim Kurzbahn-Weltcup in Stockholm präsentierte sich der Rekord-Olympiasieger wenige Tage vor der geplanten WM-Revanche gegen Doppel-Weltmeister Paul Biedermann am kommenden Wochenende in Berlin weit von seiner Bestform entfernt.

Der Hauptgrund dafür war Phelps" freiwilliger Verzicht auf einen High-Tech-Anzug, der vom Weltverband Fina erst ab dem 1. Januar 2010 verboten ist. "Ohne den Anzug hatte ich das Gefühl, nackt zu sein", sagte der 24-Jährige, der anders als seine Konkurrenten nur mit knielanger Badehose schwamm: "Wir müssen uns alle daran gewöhnen. Es ist also besser, jetzt schon damit anzufangen."

Am Mittwochvormittag zog Phelps ins Finale über 200m Lagen ein, verpasste jedoch über 100m Schmetterling den Endlauf. Das war ihm schon Tags zuvor in zwei von drei Rennen passiert, ehe er über 100m Lagen in 52,14 Sekunden immerhin einen dritten Platz holte. Selbst ein Ausnahmeschwimmer wie Michael Phelps kann also ohne Ganzkörperanzug aus dem Kunststoff Polyurethan keine Dominanz ausstrahlen.

"Ich sollte eigentlich besser schwimmen"

Doch neben diesem Wettbewerbsnachteil hatte der Amerikaner auch mit seiner eigenen Form zu kämpfen: "Ich bin nicht in bester Verfassung. Ich sollte eigentlich besser schwimmen." Ihm habe die Umstellung von der Langbahn auf die 25-m-Bahn Probleme bereitet. "Da gibt es große Unterschiede. Es kommt eine Wand nach der anderen, und immer musst du sie perfekt treffen", sagte Phelps, der zuletzt 2006 in einem Kurzbahn-Wettbewerb gestartet war. So ist auch zu erklären, dass er im Vorlauf über 100m Rücken disqualifiziert wurde, weil er nach einer Wende länger als die erlaubten 15m unter Wasser tauchte.

Doch der deutsche Bundestrainer Dirk Lange warnte davor, den fünffachen Weltmeister von Rom zu unterschätzen. "Er hat in Stockholm zwar bislang keine Bäume ausgerissen, aber in Berlin wird er sich anders präsentieren", meinte Lange.

Allerdings ist nun sehr fraglich, ob das Duell Phelps vs. Biedermann den hohen Erwartungen gerecht werden kann. Phelps will auch in Berlin nur in Badehose schwimmen, Biedermann wird - sofern von seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel rechtzeitig genesen - wegen der Verletzung bei den Wenden sicher Nachteile haben.

Biedermann machte Phelps "zu Brei"

Der Hallenser hatte bei der WM den unschlagbar scheinenden Amerikaner über 200m Freistil mit einem Fabel-Weltrekord entthront. "Er hat mich im Sommer zu Brei gemacht", sagte Phelps. Beide Rivalen treffen über 200 und 400m Freistil aufeinander.

Derweil hielt die Weltrekord-Jagd mit den noch erlaubten "Wunderanzügen" und den neu eingeführten Startblöcken, die ein kräftigeres Abstoßen und damit schnellere Starts ermöglichen, unvermindert an. Am Mittwoch pulverisierte Ex-Weltmeisterin Jessica Hardy (USA) in 28,96 Sekunden über 50m Brust ihre eigene Bestmarke gleich um vier Zehntelsekunden.

Bereits am Dienstag hatten die chinesische Weltmeisterin Jing Zhao über 50m Rücken (erst 26,08, dann 25,82 Sekunden), die Australierin Felicity Galvez über 100m Schmetterling (55,46) und der Brasilianer Kaio Almeida über 200m Schmetterling (1:49,11 Minuten) Welt-Bestzeiten erzielt.

© SID

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