Schwimmen Weltcup
Steffen erreicht bei Comeback Platz vier

Britta Steffen hat bei ihrem Comeback einen Platz auf dem Podest knapp verpasst. Die 26-Jährige schwamm im 50m-Freistil-Finale beim Kurzbahn-Weltcup auf den vierten Platz.

Verschluckt und verloren: Nach 15-monatiger Pause hat Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen bei ihrem mit Spannung erwarteten Comeback einen Podestplatz verpasst. Die 26-Jährige wurde beim Kurzbahn-Weltcup in ihrer Heimatstadt Berlin über 50m Freistil in 24,53 Sekunden nur Vierte. Während des Rennens hatte Steffen unfreiwillig Wasser geschluckt und kurzzeitig den Rhythmus verloren. Es gewann die Niederländerin Hinkelien Schreuder (24,06), die Steffen die erste internationale Niederlage seit dreieinhalb Jahren zufügte.

"Ich habe mir das sicher anders vorgestellt. Verlieren fühlt sich beschissen an", sagte Steffen, die zuletzt bei ihrem doppelten WM-Triumph in Rom im Sommer des vergangenen Jahres einen Wettkampf bestritten hatte: "Bei der Wende habe ich mich verschluckt und mich danach unter Wasser etwas verirrt."

Im Vorlauf war die Ausnahmeschwimmerin um 23 Hundertstelsekunden schneller gewesen und ebenso wie ihre Teamkollegin Dorothea Brandt, die im Finale Zweite wurde, unter der Normzeit für die Kurzbahn-EM in Eindhoven (25. bis 28. November) geblieben.

Bessere Chancen über 100 Meter

Am Sonntag hat die viermalige Europameisterin über die doppelte Distanz die Chance auf eine bessere Platzierung. "Ich denke, diese Strecke liegt mir mehr, aber es ist auch eine fantastische Konkurrenz am Start", erklärte Steffen.

Nur wenige Minuten zuvor hatte es ihr Freund Paul Biedermann über 400m Freistil besser gemacht und in 3:42,31 Minuten triumphiert. Allerdings blieb der zweifache Weltmeister über der EM-Norm (3:41,76). Von seinem vor einem Jahr im inzwischen verbotenen High-Tech-Anzug aufgestellten Fabel-Weltrekord (3:32,77) war er erwartungsgemäß meilenweit entfernt. "Ich hoffe, das Fernsehen hat die Weltrekordlinie nicht eingeblendet", sagte Biedermann.

Premiere des Schwimm-Traumpaares

Der Weltcup ist der erste gemeinsame Wettkampf des Schwimm-Traumpaares seit Bekanntwerden ihrer Beziehung Ende März. Steffen genoss das Gefühl, nach so langer Zeit wieder in den Schwimm-Zirkus zurückzukehren. "Ich habe das Kribbeln wieder gespürt. Früher war mein erster Gedanke immer: Lass das bloß schnell wieder vorbei sein. Aber genau danach habe ich mich so lange gesehnt."

Steffen plant in dieser Kurzbahnsaison noch Starts bei den deutschen Meisterschaften in Wuppertal in zwei Wochen sowie der EM in Eindhoven. Die Kurzbahn-WM in Dubai (15. bis 19. Dezember) lässt die viermalige Weltrekordlerin anders als Biedermann aus, um das Trainingspensum weiter zu steigern.

"Ich bin vielleicht erst bei etwa 80 Prozent, in drei bis vier Monaten möchte ich wieder an meine Topform herankommen", sagte Steffen. Abgerechnet werde erst bei der WM 2011 in Shanghai und bei Olympia 2012 in London.

Zwei Siege für die Deibler-Brüder

Glänzen konnte zum Auftakt des Weltcups die Deibler-Brüder aus Hamburg. Erst gewann Schmetterling-Weltrekordler Steffen über 100m Freistil (46,69), dann zog sein Bruder Markus nach und siegte über 100m Lagen in der Weltjahresbestzeit von 52,17 Sekunden. Beide blieben unter der EM-Norm. Die EM-Zweite Silke Lippok (Pforzheim) enttäuschte dagegen mit Platz sieben und einer schwachen Zeit (1:57,97) über 200m Freistil.

In der Schwimm- und Sprunghalle des Europasportparks kämpfen Athleten aus 40 Nationen um ein Preisgeld von über 100 000 Dollar. Berlin ist die fünfte von insgesamt sieben Weltcupstationen. Den Abschluss bilden Moskau (2./3. November) und Stockholm (6./7. November).

© SID

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