Schwimmen WM
Deutsche Lagen-Staffel verpasst Medaillen deutlich

Über 4x100m Lagen war für die deutschen Frauen bei der WM in Melbourne nichts zu holen. Das DSV-Quartett landete beim Sieg der Australierinnen, die in Weltrekordzeit anschlugen, nur auf dem siebten Platz.

Die deutsche 4x100m-Lagenstaffel der Frauen ist bei der WM in Melbourne an einer Medaille vorbeigeschwommen. Antje Buschschulte aus Magdeburg, die Hamburgerin Birte Steven, Daniela Samulski aus Wuppertal und Britta Steffen aus Berlin kamen in 4:03,34 Minuten lediglich auf den siebten Rang. Den Titel sicherte sich Gastgeber Australien, der in 3:55,74 Minuten den eigenen Weltrekord von 3:56,30 weiter verbesserte. Silber ging an die USA in 3:58,31 vor China, das 4:01,97 Minuten benötigte. "Eine Medaille war heute nicht drin, aber wir haben Platz fünf um zwei Hundertstel verpasst, das ist schon ärgerlich", meinte Schluss-Schwimmerin Steffen.

Madsen will bis Peking weitermachen

Trotz der enttäuschenden WM will DSV-Sportdirektor Örjan Madsen das Team zu Olympia 2008 in Peking führen. "Peking ist das Ziel, es wäre absolut falsch, das jetzt aufzugeben", erklärte der Norweger: "Es dauert eine Zeit, bis das Konzept wirken kann. Jetzt schon darauf zu schließen, dass das Konzept nicht zieht, wäre zu früh." Rückendeckung bekam Madsen von DSV-Präsidentin Christa Thiel: "Herr Madsen genießt weiter unser Vertrauen."

Zum Abschluss könnten die Sprinter noch mal zuschlagen. Über 50m Freistil zog Steffen einen Tag nach Bronze über die doppelte Distanz in 25,06 Sekunden als Fünfte ins Finale ein. "Ich werde alles geben, aber eine Medaille wird schwer", meinte die 23-Jährige. Danach greifen über 50m Rücken in Steffen Driesen und Thomas Rupprath gleich zwei Deutsche nach Edelmetall. Der Wuppertaler Driesen überraschte im Halbfinale als Zweiter in 25,21 Sekunden acht Hundertstel vor Weltrekordhalter Rupprath (Rostock) auf Platz vier.

Die für Wolfsburg startende Wahl-Engländerin Janne Schäfer qualifizierte sich über 50m Brust in 31,23 Sekunden für den Endlauf. Nach Gold und Silber auf der Langstrecke in der Bucht vor St. Kilda lief es für Thomas Lurz in der Rod Laver Arena nicht so gut. Der Würzburger verpasste über 1500m Freistil in 15:11,26 Minuten als 16. das Finale.

Phelps holt sechstes Gold

Michael Phelps holte derweil sein sechstes Gold und kann mit acht Titeln Schwimm-Geschichte schreiben. Der US-Superstar demonstrierte auch über 100m Schmetterling Weltklasse und verwies Titelverteidiger Ian Crocker in 50,77 Sekunden dank eines furiosen Endspurts um fünf Hundertstel auf Platz zwei. Bronze sicherte sich Albert Subirates Altes aus Venezuela. Am Sonntag kann der 21-Jährige über 400m Lagen sowie mit der Lagenstaffel Gold Nummer sieben und acht hinzufügen und damit noch einmal Gold mehr holen, als der siebenmalige Olympiasieger Mark Spitz 1972 in München.

Die US-Amerikanerin Kate Ziegler verteidigte ihren Titel über 800m Freistil erfolgreich. Ziegler schlug nach 8:18,52 Minuten nur 28 Hundertstel vor Europameisterin Laure Manaudou an, die in 8:18,80 ihren eigenen Europarekord verbesserte. Bronze sicherte sich Hayley Peirsol aus den USA in 8:26,41.

Zieglers Landsfrau Margaret Hoelzer gewann über 200m Rücken ihr erstes WM-Gold. Hoelzer schlug nach 2:07,16 Minuten an und verwies Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Kirsty Coventry aus Zimbabwe auf den Silberrang. Coventry benötigte 2:07,54 Minuten und lag damit eine Sekunden vor der Japanerin Reiko Nakamura auf dem dritten Platz.

US-Doppelsieg über 50m Freistil der Männer

Und auch über 50m Freistil der Männer ging der Titel an die USA: Benjamin Wildman-Tobriner siegte in 21,88 Sekunden mit sechs Hundertstelsekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Cullen Jones. Der Schwede Stefan Nystrand lag als Dritter weitere drei Hundertstel zurück. Der deutsche Starter Michael Schubert war bereits im Vorlauf ausgeschieden.

Europameisterin Therese Alshammer aus Schweden gewann zum Auftakt der Samstag-Finals Gold über 50m Schmetterling. In 25,91 Sekunden lag Alshammer 14 Hundertstel vor Titelverteidigerin Danni Miatke aus Australien. Bronze sicherte sich Inge Dekker aus den Niederlanden in 26,11.

© SID

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