Schwimmen WM
DSV geht bei Rekordjagd in Manchester die Luft aus

Der Deutsche Schwimm-Verband hat bei der Rekordjagd von Manchester die gesteckten Ziele nicht erfüllen können. Thomas Rupprath erreichte als bester Deutscher nur Rang vier.

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) mit Kurzbahn-Spezialist Thomas Rupprath konnte bei der Rekordjagd von Manchester nicht überzeugen. Rupprath war bei seiner möglicherweise letzten WM als Vierter über 50m Rücken noch am nahesten an einer Medaille, verpasste Edelmetall und das erstmals ausgelobte Preisgeld aber ebenso wie der Rest des B-Teams ohne die Stars um Britta Steffen. Herausragender Athlet war der US-Amerikaner Ryan Lochte mit vier von insgesamt 18 Weltrekorden.

Rupprath zog ein ernüchterndes Fazit. "Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich weiß, dass ich schneller schwimmen kann. Das hat sich nicht gelohnt", sagte der Rostocker, der bei seinem einzigen Start in 23,65 Sekunden die erhoffte Medaille knapp verpasste.

Zwar blieb Weltmeister Peter Marshall aus den USA (23,49) über dem Weltrekord von Rupprath (23,27), dafür musste der 31-Jährige seine Europarekorde über 100m Rücken und 100m Lagen an den Briten Liam Tancock abgeben.

Diskussion um neue Wettkampfanzüge lässt nicht nach

Die Wellen hochschlagen lassen hat Rupprath unterdessen in der Diskussion um die neuen Wettkampfanzüge und den DSV vor der am Freitag beginnenden deutschen Meisterschaft in Berlin und Olympia-Qualifikation für Peking unter Druck gesetzt. "Ich empfinde es als Nachteil, wenn ich nicht den Anzug tragen darf, in dem ich mich am wohlsten fühle. Michael Schumacher musste früher schließlich nach den ganzen Tests im Ferrari auch nicht plötzlich im Opel starten", meinte Rupprath.

Ob Rupprath zumindest in Berlin im Anzug seines australischen Ausrüsters (Speedo) starten darf, hat der DSV noch nicht endgültig entschieden. Dagegen erklärte der Weltverband Fina bei einem Treffen in Manchester alle Anzüge für genehmigt und zog damit auch einen Schlussstrich unter die Debatte über den umstrittenen LZR Racer, an dessen Entwicklung unter anderem die US-Weltraumbehörde Nasa beteiligt war.

Der ehemalige deutsche Schwimm-Star Franziska van Almsick hielt sich in der Diskussion um die neuen Anzüge ebenso zurück wie zu vermeintlichen Dopingvermutungen. "Ich hatte einen solchen Anzug noch nicht in der Hand. Aber an den Anzügen muss etwas dran sein, wie die Weltrekorde in der letzten Zeit beweisen", meinte van Almsick: "Von den Weltrekordlern wurde keiner des Dopings überführt, also sollten wir uns freuen und nichts hineininterpretieren."

Mit den neuen Anzügen ging die Rekordhatz nach der EM auf der Langbahn in Eindhoven im Olympia-Jahr nahtlos weiter. Vor allem für Lochte zahlte sich Manchester auch finanziell aus. Mit seinen drei Einzelweltrekorden sowie einer Staffelbestmarke verdiente Lochte 73 000 Dollar Preisgeld.

Sechs Weltrekorde zum Abschluss

Zum Abschluss der Kurzbahn-WM gab es noch einmal sechs Weltrekorde. Damit wurde die Zahl der Weltbestmarken in Manchester auf insgesamt 18 hochgeschraubt. Die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) waren bei den Finals am Sonntag nur noch Zuschauer.

Seinen vierten Weltrekord stellte US-Star Ryan Lochte auf. Über 100m Lagen verbesserte er in 51,15 Sekunden seine Bestmarke aus dem Halbfinale um exakt eine Zehntel. Allerdings verlor Lochte seinen Rekord über 200m Rücken an den Österreicher Markus Rogan (1:47,84 Minuten). Zudem büßte die US-Lagenstaffel ihren Rekord an Russland ein (3:24,29).

Die Niederländerin Marleen Veldhuis verbesserte über 50m Freistil ihren eigenen Weltrekord in 23,25 Sekunden um 33 Hundertstel. Die Australierin Felicity Galvez stellte über 100m Schmetterling (55,89) einen Rekord auf. Den Reigen am letzten Tag eröffnet hatte die Kroatin Sanja Jovanovic mit Rekord über 50m Rücken (26,37).

Die deutschen Jungstars Lisa Vitting aus Mülheim (2:00,65 Minuten) und Franziska Jansen aus Brühl (2:01,72) waren über 200m Freistil im Vorlauf auf den Rängen 22 und 24 ausgeschieden.

© SID

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