Schwimmen WM
Langstrecken-Ass Kamrau holt Gold über 25 km

Britta Kamrau-Corestein hat bei der Schwimm-WM in Melbourne die Goldmedaille über 25km gewonnen. Nachdem das Rennen am Samstag wegen des Wetters abgebrochen worden war, machte die 27-Jährige am Sonntag alles klar.

Langstreckenschwimmerin Britta Kamrau-Corestein hat im Abbruchrennen von Melbourne die Nerven behalten und sich in der Verlängerung WM-Gold über 25km gesichert. Die 27 Jahre alte Rostockerin triumphierte in der Gesamtzeit von 5:37:11,66 Stunden, beendete damit ihre dreijährige Durststrecke und holte ihren vierten WM-Titel. Die Mainzerin Angela Maurer wurde wie schon über die künftig olympische 10-km-Strecke Vierte (5:40:00,13).

Im Ziel von St. Kilda entlud sich bei Britta Kamrau-Corestein die ganze Anspannung in einer obszönen Geste Richtung Kampfgericht. Statt sich über ihr Gold im Abbruchrennen über 25km zu freuen, leistete sich die 27 Jahre alte Juristin aus Rostock nach ihrem Triumph bei der Schwimm-WM in Melbourne einen peinlichen Aussetzer - doch zumindest die Entschuldigung folgte prompt.

"Es tut mir Leid. Das war gar nicht so ernst gemeint", erklärte Kamrau-Corestein und wollte nach dem Happyend im zweiten Akt ihren insgesamt vierten WM-Titel nach dreijähriger Durststrecke genießen: "Ich habe mit dem Theater von Samstag abgeschlossen. Ende gut, alles gut."

Thiel nimmt Kamrau-Corestein in Schutz

Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), nahm Kamrau-Corestein in Schutz. "Das sollte man jetzt nicht überbewerten. Das ist ja eigentlich gar nicht ihre Art", sagte Thiel und rechtfertigte auch noch einmal die Entscheidung des Weltverbandes Fina, der das Rennen am Samstag wegen meterhoher Wellen und Wind der Stärke neun bis zehn zur Hälfte der Distanz abgebrochen und einen Tag später mit den zeitlichen Abständen nach dem Zwischenergebnis bei der 12,5-km-Marke neu gestartet hatte: "Das war eine korrekte Entscheidung im Sinne der Sportler."

Für Kamrau-Corestein, die sich am Samstag um den vorzeitigen Sieg betrogen gefühlt hatte, war es allerdings eine Qual. "Es war extrem hart für den Körper und für die Nerven. Ich hatte eine schlechte Nacht, in der ich kaum geschlafen habe", gestand sie: "Nach den vier Minuten Vorsprung bin ich froh, dass ich am Ende nicht noch untergegangen bin."

Im Meer von St. Kilda triumphierte sie in 5:37:11,66 Stunden vor Kalyn Keller aus den USA (5:39:49,62) und der Russin Xenia Popowa (5:39:51,51). Titelverteidigerin Maurer fehlten 8,62 Sekunden zu Bronze. "Ich bin nicht sauer, aber natürlich schon enttäuscht", sagte die Mainzerin: "Am Ende war ich die Leidtragende."

Toni Franz gibt auf

Zum Abschluss gab der Leipziger Toni Franz über 25km vorzeitig auf, doch das schmälerte die Gesamt-Bilanz der deutschen Langstreckler mit Gold und Silber für Thomas Lurz sowie dem Titel für Kamrau-Corestein nicht.

"Wir haben erneut bewiesen, dass wir eine Medaillenbank sind", bilanzierte DSV-Langstreckenchef Peter Lurz und fügte mit Blick auf die Olympia-Premiere 2008 in Peking hinzu: "Wir haben uns für das Olympia-Debüt den nötigen Respekt erarbeitet. Eine Medaille in Peking führt nur über uns."

© SID

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