Schwimmen WM
Lurz sichert sich Silber über 200m Freistil

Annika Lurz hat sich bei der WM in Melbourne über 200m Freistil die Silbermedaille gesichert. Der Titel ging an die Französin Laure Manaudou, die in neuer Weltrekordzeit anschlug.

Erst verdrückte Annika Lurz ein paar Freudentränen, dann gab es als Belohnung einen Kuss von Ehemann und Trainer Stefan und ihre WM-Medaille widmete sie ihrem Stiefvater zum Geburtstag. In einem Fabelrennen für die Schwimm-Geschichtsbücher holte Lurz Silber über 200m Freistil und musste sich beim ersten Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) im 50-m-Becken von Melbourne um 26 Zentimeter nur der "verflixten" Französin und neuen Weltrekordlerin Laure Manaudou geschlagen geben.

Lurz am Ende "super glücklich"

"Ich hätte nie geglaubt, dass das so bravourös endet. Ich bin super glücklich", erklärte die 27 Jahre alte Würzburgerin völlig aufgelöst und blickte immer wieder verschmitzt auf ihre erste WM-Medaille: "Diese Zeit hätte ich nie für möglich gehalten." 1:55, 68 Minuten zeigte die Anzeigetafel - 96 Zehntel schneller als die alte Bestmarke von Franziska van Almsick, 81 Hundertstel schneller als der Weltrekord der Italienerin Federica Pellegrini vom Vortag im Halbfinale, aber eben doch 14 Hundertsel langsamer als Manaudou.

"Wichtig ist mir, dass meine Zeit gestimmt hat. Wenn jemand bei so einem Rennen am Ende schneller ist, kann man nichts machen", erkannte Lurz die grandiose Leistung von Manaudou an, und blickte dann schon wieder voraus: "Ich hoffe, dass dieses Rennen der ganzen Mannschaft Schwung verleiht." Bereits am Donnerstag hat Lurz mit der Weltrekordstaffel zusammen mit Britta Steffen über 4x200m Freistil den nächsten Streich geplant.

DSV-Sportdirektor Örjan Madsen atmete spürbar auf. "Es geht doch", sagte der Norweger und zollte Lurz ein Sonderlob: "Ihre Leistung war grandios." Nebenbei gab Madsen bekannt, künftig auch auf die Hilfe von Mentaltrainer zurückzugreifen. "Vieles ist Kopfsache, das haben wir hier wieder festgestellt", sagte Madsen.

Buschschulte scheitert im Halbfinale

Während der gescheiterte Titelverteidiger Mark Warnecke am Tag nach seinem Aus über 50m Brust gegen den DSV wetterte, hatte Janine Pietsch ihre Nerven diesmal im Griff. Die 24-Jährige aus Ingolstadt zog über 50m Rücken in 28,72 Sekunden als Fünfte ins Finale ein und rehabilitierte sich für die Vorlauf-Schmach über die doppelte Distanz. Allerdings verlor sie ihren Weltrekord an die US-Amerikanerin Leila Vaziri, die in 28,16 drei Hundertstel unter der alten Marke von Pietsch blieb. Die Magdeburgerin Antje Buschschulte, bei der WM 2005 in Montreal noch Dritte, verpasste als Zwölfte in 29,00 erneut den Endlauf und klagte über Schulterprobleme.

Warnecke-Nachfolger wurde in Melbourne der Ukrainer Oleg Lisogor. Der Weltrekordler und Europameister siegte in 27,66 Sekunden vor Brendan Hansen aus den USA (27,69), der über die doppelte Distanz gewonnen hatte. Bronze sicherte sich der Südafrikaner Cameron van der Burgh in 27,88.

Phelps dominiert auch über 200m

Weiter in einer anderen Liga schwimmt Michael Phelps. Der US-Superstar holte über 200m Schmetterling mit seinem zweiten Weltrekord in Melbourne sein drittes Gold. In 1:52,09 Minuten pulverisierte der 21-Jährige seine eigene Bestmarke gleich um 1,71 Sekunden.

Der Tunesier Oussama Mellouli hat unterdessen überraschend den Australier Grant Hackett als Weltmeister über 800m Freistil entthrohnt. Nach 7:46,95 Minuten schlug Mellouli mit afrikanischem Rekord vor dem Polen Przemyslaw Stanczyk an, der eine knappe Sekunde zurücklag. Bronze sicherte sich der Australier Craig Stevens. Hackett, Titelträger der beiden vergangenen Weltmeisterschaften, belegte lediglich den siebten Rang.

© SID

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