Schwimmen WM
Lurz verpasst zweites Gold um Haaresbreite

Nach Gold über 5km hat Langstreckenschwimmer Thomas Lurz bei der WM in Melbourne Silber über die doppelte Distanz geholt. Der Würzburger musste sich im Endspurt dem Russen Wladimir Dijatschin geschlagen geben.

Thomas Lurz hat bei der Schwimm-WM im australischen Melbourne sein zweites Edelmetall gewonnen. Nach dem Weltmeister-Titel über 5km reichte es für den Würzburger auf der ab 2008 olympischen 10km-Distanz zu Silber. Im Ziel lag Lurz nach 1:55:32,58 Stunden hauchdünnen hinter dem Russen Wladimir Dijatschin (1:55:32,52). Dabei wurde erstmals in der Langstrecken-Geschichte eine Hundertstel-Entscheidung zu Hilfe genommen und das Rennen im Foto-Finish entschieden.

Konfusion gab es auch um die Platzierung von Christian Hein. Erst nach seinem zweiten Anschlag war die Zeit stehen geblieben. Der Mainzer wurde zunächst auf Rang sieben geführt, nach erfolgreichem Protest aber als Fünfter (1:55:49,43) gewertet.

"So ist der Sport, auch damit muss man umgehen´, sagte Lurz und richtete seinen Blick lieber voraus auf die Olympia-Premiere im nächsten Jahr: "In Peking hab ich ihn." Auf die intensive Intervention von Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), beiden Athleten zeitgleich Gold zu gewähren, ließ sich das Kampfgericht letztlich nicht ein. Damit musste sich Lurz erstmals nach WM-Silber 2005 in Montreal wieder geschlagen geben.

Anzeigetafel sah Lurz vorne

Das an Spannung kaum zu übertreffende Finale mit dem Epilog am "grünen Tisch" begann 300 Meter vor dem Ziel, als Lurz und Dijatschin Kopf an Kopf zu einem atemberaubenden Schlussspurt ansetzten. Direkt nach dem Anschlag wies die Anzeigentafel zunächst Lurz als Sieger aus, doch nach Ansicht des Ziel-Fotos wurde Dijatschin schließlich zum alleinigen Weltmeister gekürt - zurecht, wie die Bilder zeigten.

Bei optimalen Bedingungen und kaum Wellengang hatte Lurz weniger mit den Riesenquallen mit bis zu einem halben Meter Durchmesser als mit der aufdringlichen Konkurrenz zu kämpfen. `Als Mitfavorit hängt sich natürlich jeder an einen dran. Da wurde gezogen und gedrückt´, meinte Lurz und erhob dabei ähnliche Vorwürfe wie einen Tag zuvor Angela Maurer und Britta Kamrau-Corestein nach dem Rennen der Frauen.

Um dem Gedränge zu entgehen, nahm Lurz sogar Umwege in Kauf. "Ich bin teilweise lieber ein bisschen außen geschwommen. Da hatte ich wenigstens meine Ruhe", erklärte der 27-Jährige, der sich künftig für eine Teilnehmerbegrenzung aussprach: "Das Starterfeld ist einfach zu groß."

© SID

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