Schwimmen WM
Pleiten, Pech und Pannen für deutsche Schwimmer

Der Auftakt der Beckenwettbewerbe bei der WM in Melbourne hätte für die deutschen Schwimmer nicht schlechter verlaufen können. Die 4x100m-Freistil-Weltrekordstaffel wurde nur Vierte und war einziger Finalteilnehmer.

Deutschlands Schwimmer haben zu Beginn der Becken-Wettkämpfe bei der WM in Melbourne ein Fiasko erlebt. Die Weltrekordstaffel der Frauen um ihren Star Britta Steffen verpasste über 4x100m Freistil auf Platz vier eine Medaille. Erfolgsgaranten wie Antje Buschschulte und Thomas Rupprath erreichten gar nicht erst das Finale. "Das ist bitter. Wir sind in einem kleinen Tief", meinte Britta Steffen nach dem Staffel-Flop und machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.

Die einstigen Golden Girls, die nach ihrem Weltrekord bei der EM im Vorjahr in Budapest noch gestrahlt hatten, landeten in der Rod-Laver-Arena dagegen hart auf dem Boden der Tatsachen. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen wollte allerdings auch den großen Druck nicht als Entschuldigung gelten lassen: "Als Weltrekordhalter muss man damit umgehen."

Einzig Steffen konnte ihre Top-Leistung abrufen. Die 23-jährige Berlinerin blieb im Gegensatz zu Petra Dallmann (Heidelberg), Annika Lurz (Würzburg) und Daniela Samulski (Wuppertal) sogar unter ihrer Zeit von Budapest, doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt.

Im Ziel fehlten dem Quartett des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) in 3:36,94 Minuten 13 Hundertstel zu Bronze. Am Ende blieb nur der neidische Blick zu den Gastgeberinnen, die in 3:35,48 ihren Titel vor den USA (3:35,68) und den Niederlanden (3:36,81) erfolgreich verteidigten.

Schon vorher lief es nicht gut. Die Magdeburgerin Antje Buschschulte verpasste über 100m Schmetterling in 59,12 Sekunden als Elfte ebenso den Endlauf wie Daniela Samulski (Wuppertal/59,35) auf Rang 14. "Es gibt keine Entschuldigung. Ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist", meinte Buschschulte selbstkritisch und ratlos zugleich. Nicole Hetzer (Burghausen) blieb über 200m Lagen im Halbfinale als Neunte (2:15,69) knapp auf der Strecke.

Seinen ganz persönlichen Frust erlebte Sprintspezialist Thomas Rupprath über 50m Schmetterling. Der Rostocker schied im "Stechen" gegen die zuvor zeitgleichen Slowenen Peter Mankoc und Jernej Godec um den 16. und letzten freien Halbfinalplatz bereits im Vorlauf aus. Damit fand sich Rupprath in größerer Gesellschaft wieder. Auch Benjamin Starke (Cottbus) als 23., Johannes Neumann (Riesa) als 28. über 100m Brust und die 4x100m-Freistilstaffel der Männer auf Rang zehn kamen nicht über den Vorlauf hinaus.

Die beiden Superstars Michael Phelps und Laure Manaudou zeigten dwrweil gleich ihre Stärke. Phelps sicherte sich mit der US-Staffel über 4x100m Freistil in 3:12,72 Minuten seinen ersten von acht anvisierten Titeln. Zweiter wurde Italien mit Europarekord in 3:14,04 - zwei Hundertstel unter der alten Bestmarke Russlands.

Manaudou war über 400m Freistil einmal mehr das Maß aller Dinge. Bei den Männern musste sich Lokalmatador Grant Hackett dem Südkoreaner Park Tae-Hwan und dem Tunesier Oussama Mellouli geschlagen geben.

© SID

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