Schwimmen WM
Rekordflut durch US-Team - Warnecke früh draußen

Während die US-Stars Michael Phelps, Aaron Peirsol und Natalie Coughlin mit ihren Weltrekorden bei der Schwimm-WM in Melbourne für Highlights sorgten, setzte das frühe Aus von Mark Warnecke die deutsche Tristesse fort.

Die Geschichte vom deutschen Debakel bei der WM im australischen Melbourne ist durch das frühe Ausscheiden von Titelverteidiger Mark Warnecke um ein Kapitel reicher. Einzig Goldhoffnung Annika Lurz hat Deutschlands Schwimmern beim Rekord-Festival am dritten Tag der Wettkämpfe neuen Mut gemacht. "Ich hoffe, dass der Knoten jetzt geplatzt ist", sagte die Würzburgerin nach Platz zwei im Halbfinale über 200m Freistil. Dabei knackte die Italienerin Federica Pellegrini den Weltrekord von Franziska van Almsick. Zuvor hatten bereits die US-Stars Michael Phelps, Aaron Peirsol und Natalie Coughlin die Rod Laver Arena mit Bestmarken zum Kochen gebracht.

Lurz machte unterdessen aus ihrer Erleichterung keinen Hehl. "Nach dem Vorlauf war ich noch richtig frustriert. Jetzt ist mir ein Stein vom Herzen gefallen", sagte die 27-Jährige. In 1:56,67 Minuten lag sie zwei Zehntel hinter Pellegrini, die 17 Hundertstel unter der fünf Jahre alten Marke von "Franzi" blieb. "Ich bin persönliche Bestzeit geschwommen. Wenn dann jemand schneller ist, muss man das akzeptieren", meinte Lurz: "Das Finale wird aber nochmal ein ganz anderes Kaliber."

Vor dem Befreiungsschlag durch Lurz hatte die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel, schon Schlimmes befürchtet. "So einen Fehlstart habe ich bei Olympia in Athen und bei der WM vor zwei Jahren in Montreal mitgemacht. Und nun schon wieder", stöhnte Thiel: "Das ist Kopfsache, die brauchen einen Psychologen." Der bisherige war vor einem Monat nach Differenzen um das Gehalt gegangen.

Warnecke leidet unter Schlafmangel

Warnecke, der sich noch vor zwei Jahren in Montreal zum ältesten Weltmeister der Schwimm-Geschichte gekürt hatte, setzte zunächst die deutsche Negativserie in Australien fort und verpasste zum Abschluss seiner internationalen Karriere das Halbfinale über 50m Brust in 28,28 Sekunden um drei Hundertstel. "Ich bin schon traurig. Ich war gut in Form und hätte gerne noch einen drauf gesetzt, aber es lief einfach nicht", erklärte der 37 Jahre alte Essener nach Platz 17.

In der Nacht vor seinem Start hatte Warnecke kaum geschlafen. "Da habe ich Play-Station gespielt, am Morgen war ich kaputt", sagte der Olympia-Dritte von Atlanta 1996, der die Schwimm-Bühne trotzdem mit erhobenem Haupt verließ: "Ich bin stolz, dass ich so lange in der Weltspitze mitgehalten habe, und ich habe bis zuletzt Spaß gehabt." Sportlich verabschieden will sich Warnecke vor heimischem Publikum mit einem Start bei den deutschen Meisterschaften im April in Berlin - möglichst mit seinem 33. nationalen Titel.

Thorpes Weltrekord von Phelps pulverisiert

Für den ersten Höhepunkt sorgte Phelps über 200m Freistil mit Weltrekord in 1:43,86 Minuten. Ausgerechnet in Australien blieb der 21-Jährige zwei Zehntel unter der sechs Jahren alten Bestmarke von "Thorpedo" Ian Thorpe, der seine aktive Karriere beendet hatte.

"Es ist schade, dass Ian nicht mehr dabei ist. Ich wäre gerne gegen ihn geschwommen", meinte Phelps. Der 20 Jahre alte Paul Biedermann aus Halle wurde in 1:48,09 Siebter und war danach richtig ergriffen: "Wahnsinn, dass ich bei diesem Rennen dabei sein konnte. Nächstes Jahr möchte in den deutschen Rekord von Michael Groß angreifen."

Das deutsche Schwimm-Paar Antje Buschschulte und Helge Meeuw war nach dem Aus am Vortag im Halbfinale bei den Weltrekorden über 100m Rücken zum Zuschauen verdammt. Coughlin drückte ihre eigene Marke um 14 Hundertstel auf 59,44 Sekunden. Dabei reichte es für die Französin Laure Manaudou mit Europarekord (59,87) nur zu Platz zwei. Peirsol setzte in 52,98 Sekunden eine neue Bestzeit. Bitter für Meeuw: Mit seinem Europarekord von der EM hätte der Frankfurter Silber gewonnen.

Ihren vier Jahre alten Europarekord über 1500m Freistil musste Hannah Stockbauer an die Schweizerin Flavia Rigamonti abgeben, die in 15:55,38 Minuten 4,8 Sekunden schneller war, sich aber trotzdem der US-Amerikanerin Kate Ziegler (1:53,05) geschlagen geben musste.

© SID

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