Schwimmen WM
Steffen schwimmt mit Lagenstaffel zu Bronze

Die deutsche Lagenstaffel um Britta Steffen hat bei der Schwimm-WM in Rom die Bronzemedaille erreicht. Derweil gelang Michael Phelps ein Weltrekord über 100 Meter Schmetterling.

Einen Tag nach ihrem Triumph über 100 Meter Freistil hat Schwimm-Star Britta Steffen die deutsche Lagenstaffel bei der WM in Rom mit Europarekord zu Bronze geführt. Die Weltmeisterin und Doppel-Olympiasiegerin wahrte zudem als Halbfinal-Dritte über 50 Meter Freistil die Chance auf eine krönende Zugabe am Sonntag.

Für den absoluten Höhepunkt sorgte aber Michael Phelps. Aus schier aussichtloser Lage flog der Rekord-Olympiasieger aus den USA über 100 Meter Schmetterling zu Titel und Weltrekord und polierte seinen angekratzten Ruf als Superstar wieder auf.

Steffen erlebte eine Schrecksekunde. "Auf dem Startblock habe ich so unter Stress gestanden, dass ich dachte, ich wäre zu früh reingesprungen. Ich wollte mich schon bei den Mädels entschuldigen. Aber dann kam das offizielle Ergebnis und ich war nur erleichtert", sagte die 25 Jahre alte Berlinerin und freute sich zusammen mit Daniela Samulski, Sarah Poewe und Annika Mehlhorn über Bronze.

Für Steffen war es die dritte Medaille nach Gold über 100 Meter Freistil und Silber mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) jubelte über das insgesamt siebte Edelmetall im Becken des Foro Italico.

Gegen China und Australien machtlos

In 3:55,79 Minuten war das DSV-Quartett gegen China (3:52,19) und Australien (3:52,58) aber machtlos. Dabei schnappte China den Australierinnen nicht nur den Titel, sondern auch den Weltrekord weg.

Zuvor war Steffen über 50 Meter Freistil in 24,28 Sekunden hinter der Australierin Cate Campbell (24,08) und Weltrekordhalterin Marleen Veldhuis aus den Niederlanden (24,20) als Dritte ins Finale eingezogen. "Es ist noch ein kleines bisschen mehr drin", meinte Steffen vor dem Abschluss am Sonntag: "Eine weitere Medaille wäre klasse."

Auch Helge Meeuw bewies, dass er weiter gut in Form ist. Über 50 Meter Rücken zog der Frankfurter, der auf der doppelten Distanz Silber gewonnen hatte, in 24,59 Sekunden mit deutschem Rekord als Fünfter ins Finale ein. Top-Favorit ist aber der Brite Liam Tancock, der den Weltrekord von Randall Bal um 25 Hundertstel auf 24,08 Sekunden schraubte. Oldie Thomas Rupprath aus Rostock blieb als 13. (24,87) ebenso auf der Strecke wie Kerstin Vogel als Elfte über 50 Meter Brust (31,04).

Phelps mit grandiosem Schlussspurt

Phelps zeigte sich von seiner bitteren Niederlage über 200 Meter Schmetterling gegen Paul Biedermann endgültig erholt. Nach einem grandiosen Schlussspurt holte sich Phelps über 100 Meter Schmetterling den Weltrekord von Milorad Cavic aus dem Halbfinale zurück, blieb in 49,82 Sekunden als erster Schwimmer über diese Strecke unter der 50-Sekunden-Grenze und verwies den Serben wie bei Olympia in Peking auf Platz zwei (49,95).

Nach seiner beeindruckenden Show ließ Phelps seinen ganzen Frust der vergangenen Tage heraus. Er schlug mit den Händen aufs Wasser, zeigte die Fäuste und deutete immer wieder auf seinen Anzug als wolle er sagen: "Seht her, ich bin auch mit diesem Teil der Beste."

Coventry triumphiert

Olympiasiegerin Kirsty Coventry triumphierte auch in Rom. In 2: 04,81 Minuten blieb die 25-Jährige aus Simbabwe über 200 Meter Rücken 43 Hundertstel unter ihrer Bestmarke von Peking. Die Russin Anastasia Suewa unterbot als Zweite in 2:04,94 Minuten den 18 Jahre alten Europarekord der Ungarin Krisztina Egerszegi um 1,68 Sekunden. Der brasilianische Olympiasieger Cesar Cielo holte sich nach seinem Sieg über 100 Meter Freistil auch den Titel auf der halben Strecke (21,08).

Deutschlands Wasserballer verpassten im letzten Spiel eine erneute Überraschung gegen Olympiasieger Ungarn und schlossen die WM auf Platz sechs ab. Die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm zog sich gegen die Magyaren, denen sie in der Vorrunde ein 7:7 abgetrotzt hatte, aber achtbar aus der Affäre und verlor 6:9 (1:4, 0:1, 1:3, 4:1).

© SID

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