Schwimmen WM
Steffen verpasst Gold, Schubert im Vorlauf raus

Bei der Schwimm-WM in Melbourne hat Britta Steffen die anvisierte Goldmedaille über 100m Freistil verpasst. Stattdessen holte die 23-Jährige Bronze. Michael Schubert und Daniela Samulski scheiterten in ihren Vorläufen.

Deutschlands Schwimm-Star Britta Steffen hat bei der WM in Melbourne den Sprung auf den Thron verpasst. Die 23 Jahre alte Berlinerin musste sich über ihre Weltrekordstrecke 100m Freistil mit Bronze zufrieden geben und ging danach mit sich selbst hart ins Gericht.

"Wahnsinnig enttäuscht von mir"

"Ich hätte viel schneller schwimmen müssen", sagte Steffen mit versteinerter Miene und machte aus ihrer Gemütslage kein Geheimnis: "Das ist bitter, bitter böse und tut sehr weh. Ich bin wahnsinnig enttäuscht von mir." Nach dem gescheiterten Ansturm von Steffen drohen den deutschen Beckenschwimmern in der 34-Jährigen WM-Geschichte nun erstmals Titelkämpfe ohne Gold.

In 53,74 Sekunden lag Steffen 33 Hundertstel hinter der neuen Weltmeisterin Lisbeth "Libby" Lenton, die nach ihrem erfolgreichen Heimspiel von den 10 000 Zuschauern in der Rod Laver Arena begeistert gefeiert wurde. Zweite wurde die Niederländerin Marleen Veldhuis (53,70). Dabei hätte Steffen die Weltrekordzeit von 53,30 Sekunden aus dem Vorjahr beim EM-Triumph in Budapest auch zum Coup in Australien gereicht.

"So langsam kommt doch die Freude durch"

"Eigentlich sind die letzten 25 Meter meine Stärke, doch da kam diesmal nichts. Am großen Druck hat es aber nicht gelegen. Ich habe mich vor dem Rennen gut gefühlt", meinte Steffen, die erst nach der Siegerehrung ihre Enttäuschung allmählich verdaut hatte: "So langsam kommt doch die Freude durch." Am Sonntag geht sie noch über die halbe Distanz an den Start.

Trost bekam Steffen von ihrem Heimtrainer Norbert Warnatzsch. "Britta sollte nicht traurig sein. Die Leistung war in Ordnung - zumal sie in den vergangenen zwei Wochen mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte", sagte Warnatzsch und fügte mit Blick auf Olympia im nächsten Jahr in Peking kämpferisch hinzu: "Wir haben gesehen, dass die anderen nicht schlafen. Das ist eine gute Motivation." Steffen erklärte: "Ich habe noch Reserven. Wenn ich die angehe, sieht es im nächsten Jahr besser aus." Ohne Chance auf eine Medaille war Birte Steven über 200m Brust. Die Hamburgerin belegte beim Heim-Triumph von Leisel Jones in 2:28,14 Minuten Rang sechs.

Nicht nur die Staffel erwischte es im Vorlauf. Michael Schubert (Bayreuth) belegte über 50m Freistil in 23,44 Sekunden Rang 48, und Daniela Samulski (Wuppertal) schwamm über 50m Schmetterling in 27,46 auf Platz 19. Die Magdeburgerin Antje Buschschulte blieb in 26,89 als Neunte knapp im Halbfinale auf der Strecke.

Weitere Weltrekorde"

Für die Weltrekorde Nummer zehn und elf in Melbourne sorgten der US-Amerikaner Ryan Lochte sowie angeführt von Superstar Michael Phelps die 4x200m-Freistilstaffel der Amerikaner. Lochte knüpfte über 200m Rücken in 1:54,32 Minuten nicht nur seinem Landsmann Aaron Peirsol den Titel ab, sondern blieb auch noch um zwölf Hundertstel unter dessen alter Bestmarke.

Startschwimmer Phelps, Lochte, Klete Keller und Peter Vanderkaay schlugen in der Staffel nach 7:03,24 Minuten an, unterboten den sechs Jahre alten Rekord von Australien um fast anderthalb Sekunden und verwiesen die Gastgeber auf den Silberrang. Für den 21 Jahre alten Phelps war es bereits das fünfte Gold in Australien.

© SID

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