Segel-Bundesliga
Mit 45.000 Euro um die Wette segeln

Die Segel-Bundesliga startet dieses Wochenende in die dritte Saison. Das Ligasystem beschert dem Sport eine hohe mediale Aufmerksamkeit und macht die Teams der einzelnen Vereine auch für Sponsoren attraktiv.
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Dieses Wochenende finden auf dem Starnberger See die ersten Regatten der Saison 2015 der Segel-Bundesliga statt. Je 18 Vereine der 1. und 2. Liga segeln in zuschauerfreundlichen, kurzen Wettfahrten gegeneinander. Dabei wird in der 1. Liga auf einheitlichen Booten vom Typ J/70 gesegelt, die Zweitligisten segeln auf B/One Kielbooten.

Gastgeber ist der Deutsche Touring Yacht Club, überraschender Vize-Meister der Saison 2014. In der Liga der Segler mitspielen zu können, hat bei den deutschen Vereinen inzwischen einen hohen Stellenwert. Bei den Regatten geht es um alles, was einen Sport spannend macht: Prestige, Ruhm, Ehre, Taktik, Menschen, Emotionen und dazu eine gute Portion Lokalpatriotismus.

Vor rund zwei Jahren startete die von der Hamburger Konzeptwerft erdachte Segel-Bundesliga, dem aus diversen Ballsportarten bekannten und bewährten Liga-Prinzip ähnlich, in ihre erste Saison. Die Begeisterung der Gründungsvereine war groß, die abwartende Haltung vieler anderer etablierter Vereine auch.

Als geeignete Bootsklasse für „Erstligasegeln“ kristallisierte sich die neue J/70 heraus – leicht zu segeln, mit einem übersichtlichen Deckslayout, schnell. Ein Schiff, das vom Bootshandling so einfach zu bedienen ist, dass sich Steuermann und dreiköpfige Crew auf die Taktik konzentrieren können.

Also auf das, was Segeln in einer One-Design-Klasse so spannend macht: Herauszufinden, wer schneller ist. Wer die Tonnenrundung besser macht, auf der Kreuz auf die richtige Seite setzt und mit perfekten Manövern wichtige Sekunden Vorsprung ersegelt, gewinnt am Ende.

Die absolute Vergleichbarkeit der Boote ist nicht nur für Segler, sondern auch für Zuschauer interessant. Wer vorne ist, ist erster. Und so werden auch die Punkte nach den Regatten im Low Point System vergeben. Der Erste bekommt einen Punkt, der Zweite zwei und so fort. So wird beim Blick auf die Tabelle nach den einzelnen Segeltagen sofort klar, wer Spitzenreiter ist – und wer den Abstiegsrängen gefährlich nahe kommt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens ist die Liga den Kinderschuhen entwachsen und eine funktionierende Organisation geworden, bei der die Aufgabenbereiche klar verteilt sind. Die Hamburger Konzeptwerft ist für die Durchführung der Liga-Events zuständig.

Die Vereine stellen Segler, Begeisterung und ehrenamtliche Helfer und der Deutsche Segler Verband – ursprünglich nicht in den Aufbau der Liga involviert – schaffte vor rund einem Jahr die nötigen verbandsrechtlichen Voraussetzungen zur Verleihung des Meistertitels.

Die Regeln werden immer klarer ausgearbeitet und definiert, ein Wechsel der Segler von einem zum anderen Verein ist nicht mehr so leicht wie in den Vorjahren möglich. Und doch ist die Segel-Bundesliga, bei aller Begeisterung, die ihr von den Clubs und Seglern entgegengebracht wird, immer noch ein Spielfeld der Amateure. Anders als beim Fußball sind die Athleten der Segel-Bundesliga noch weit davon entfernt, für die Ausübung ihrer Sportart Geld zu bekommen oder gar zum Ende der Saison auf dem Transfermarkt angeboten zu werden.

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