Segelkrimi vor Valencia
„Kiwis“ gelingt der zweite Streich

Im dritten Rennen um den America's Cup ist dem Team New Zealand der zweite Streich gegen Titelverteidiger Alinghi geglückt. Trotz eines verpatzten Spinnaker-Manövers und eines zwischenzeitlichen "Mann über Bord", überquerten die Kiwi-Segler mit einem deutlichem Vorsprung die Ziellinie.

HB VALENCIA. Herausforderer Team New Zealand hat im 32. Match um den America's Cup mit 2:1 die Führung übernommen. Die Neuseeländer besiegten Titelverteidiger Alinghi am Dienstag vor Valencia in der dritten Begegnung nach einem Blitzstart, kreuzten die Ziellinie 25 Sekunden vor der SUI 100. In dem spannenden Cup-Duell gab es fünf Führungswechsel. Bei Team New Zealand ging mit Vorschiffsmann Richard Meacham kurzfristig sogar ein Mann über Bord, konnte aber sofort wieder an Deck gezogen werden.

Das Duell der Giganten hielt Fans und Zuschauer eine Stunde und 44 Minuten in Atem. Den Start konnte zwar Alinghis US-Steuermann Ed Baird mit fünf Sekunden Vorsprung für sich verbuchen, doch anschließend setzte sich der Herausforderer binnen einer halben Stunde um sagenhafte 300 Meter von den Eidgenossen ab. Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann, der den Thriller am Fernsehbildschirm analysierte, sagte während des Rennens: "Unter normalen Bedingungen ist das nicht mehr aufzuholen. Doch heute macht der Wind mit den Schiffen offenbar was er will."

Als die neuseeländische Mannschaft zur Halbzeit des Rennens ein Spinnakermanöver verpatzte und dabei sogar Meacham über Bord ging, konnten die Schweizer viel Boden gut machen. Kurz vor Ende des dritten Kursabschnittes überholte die SUI 100 die NZL 92 zum ersten Mal. Zu dem Zeitpunkt freute sich Schümann: "Es gibt noch Gerechtigkeit im Segelsport."

Doch das Blatt sollte sich noch mehrfach wenden. Auf dem letzten Vorwindabschnitt ins Ziel schenkten sich die Crews nichts. Noch drei Mal wechselte die Führung, bevor sich die Bugspitze der schwarz-roten NZL 92 siegreich über die Ziellinie schob. Im gleichen Moment ließ sich Team New Zealands Skipper Dean Barker erschöpft und erleichtert auf die Bordwand seiner Yacht sinken. Er und sein Team hatten bis zur letzten Sekunde alles gegeben, obwohl sie selbst zwischenzeitlich 150 Meter zurücklagen.

Schümann nahm die Niederlage seiner Mannschaft jedoch gelassener als am vergangenen Sonntag: "Heute haben eigentlich die Kiwis den größten Manöverfehler gemacht. Ansonsten haben die Winde entschieden. Diesen verlorenen Punkt kann man gut verkraften, sowas kann passieren." Das Segel-Duell wird am Mittwoch ab 15.00 Uhr mit dem vierten Aufeinandertreffen fortgesetzt. Den Cup gewinnt das Team, das zuerst fünf Siege verbuchen kann.

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