Segeln America's Cup
Alinghi mit Respekt gegen den Herausforderer

Der Titelverteidiger kann den Startschuss zum 32. America's Cup am Samstag (15.00 Uhr) kaum erwarten. Die Alinghi geht mit viel Respekt in die Duelle gegen das Emirates Team New Zealand.

Das Warten hat für die Alinghi endlich ein Ende: Ohne den dreimaligen Segel-Olympiasieger Jochen Schümann, aber mit einer gehörigen Portion Respekt vor Herausforderer Team New Zealand nimmt der Schweizer Titelverteidiger am Samstag (15.00 Uhr) den Kampf um den 32. America's Cup vor Valencia auf. "Wir können kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Wir haben vier Jahre auf diesen Moment gewartet. Es werden spannende Rennen. Die Neuseeländer waren bisher sehr stark", sagt Alinghis Teameigner Ernesto Bertarelli vor dem Start der "best of nine"-Serie.

Ungewisse Vorzeichen

Auf die Eidgenossen warten trotz der Favoritenrolle Rennen mit ungewissen Vorzeichen. Während sich die Neuseeländer bei der Herausforderer-Runde in den vergangenen Wochen durch insgesamt 32 Wettfahrten kämpften und wertvolle Erfahrungen sammelten, blieb den Schweizern nur die Rolle des Zuschauers. Nach dem Sieg 2003 in Auckland waren sie direkt für das Duell um den 32. America's Cup qualifiziert. Das letzte Mal gingen sie am 7. April bei den letzten Vorregatten (Acts) unter Wettkampfbedingungen aufs Wasser.

"Wir haben versucht, richtige Rennsituationen zu simulieren. Das war nicht einfach. Nun müssen wir abwarten, was herauskommt", sagt Alinghi-Skipper Brad Butterworth, der den Cup 1995 und 2000 noch gemeinsam mit seinen neuseeländischen Landsleuten gewann, bevor er 2003 mit den Schweizern triumphierte und mit den Eidgenossen auch die Acts für den 32. Cup scheinbar nach Belieben dominierte. Von 13 Vorregatten gewann die Alinghi acht, das Team New Zealand hatte nur bei zwei Acts die Nase vorn.

"Das zählt nun nichts mehr. Unsere Vorbereitungen liefen nach Plan, aber entscheidend wird sein, ob man auch jetzt Rennen gewinnen kann", sagt Schümann. Der Penzberger hatte unter der Woche bekanntgegeben, dass er nicht mit an Bord dabei sein werde und sich allein auf seine Rolle als Sportdirektor konzentrieren wolle: "Es geht nicht um mich, es geht allein um Alinghi. Wir wollten die bestmögliche Konstellation auf dem Wasser haben. Ich muss mich unterordnen wie jeder andere auch."

Baird übernimmt das Steuer

Zwischenzeitlich war Schümann sogar als Steuermann gehandelt worden. Nachdem sich der 53-Jährige jedoch schon vor Wochen selbst von der Kandidatenliste gestrichen hatte, setzte sich der US-Amerikaner Ed Baird im internen Duell gegen Peter Holmberg von den Jungferninseln durch. Baird soll nun den Erfolg von 2003 wiederholen. Damals ließ die Alinghi den Neuseeländern keine Chance und gewann in demoralisierender Art und Weise mit 5:0 Siegen.

"Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Dinge wieder gerade zu rücken", sagt Team-New-Zealand-Steuermann Dean Barker, der schon vor vier Jahren die Verantwortung an Bord der "Kiwis" trug: "Damals war es eine schreckliche Niederlage für unser gesamtes Land." Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, flossen nun sogar 18,5 Mill. Euro an Steuergeldern in die Kampagne der segelbegeisterten Nation.

Rein statistisch stehen die Chancen der Neuseeländer sogar nicht mal schlecht. Bei den Vorregatten gewann das Team New Zealand gegen die Schweizer sechs von zehn Wettfahrten. Auch in der Gesamtbilanz aller Matchraces weisen die "Kiwis" die besseren Werte auf und siegten in 90 von 107 Duellen (84 Prozent Siege). Alinghi brachte es auf 61 Erfolge in 74 Rennen (82 Prozent).

Derweil dürften die meisten anderen Mannschaften den Schweizern die Daumen drücken. Bei einem Erfolg der Alinghi würde auch der 33. Cup in Europa stattfinden. "Dies würde uns die Suche nach Sponsoren natürlich erleichtern", meint Syndikats-Chef Michael Scheeren vom Team Germany. Der erste deutsche Teilnehmer in der 156-jährigen Veranstaltungsgeschichte war bereits in der Vorrunde mit einer Bilanz von 2:18-Siegen gescheitert.

© SID

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