Segeln America's Cup
Alinghi setzt vollstes Vertrauen in Valencia

Der 33. America's Cup wird erneut in Valencia stattfinden. Der Kampf um die älteste Segeltrophäe der Welt wird zudem bereits 2009 ausgetragen. Titelverteidiger Alinghi hat "vollstes Vertrauen" in die Gastgeber.

Die Würfel sind gefallen: Die bedeutendste Segeltrophäe der Welt wird erneut in Valencia ausgesegelt. Das America´s Cup Management (ACM) sorgte somit auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Valencia für keine große Überraschung mehr. Dass die Alinghi den "Auld Mug" bereits in zwei Jahren wieder verteidigen wird, ist für das gebeutelte Image des America's Cup jedoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Denn das Possenspiel um die Klage des US-Syndikats BMW Oracle Racing hat dem Wettbewerb einen erheblichen Schaden zugefügt. Der amerikanische Golden Gate Yacht Club (Ggyc) forderte vor dem Obersten Gericht New Yorks die Annullierung der aufgestellten Regeln für die 33. Austragung des Wettbewerbs. Der Ggyc hat offiziell seine Ambitionen bestätigt, beim nächsten Cup "Challenger of Record" zu werden. Bisher ist diese Rolle dem spanischen Club Nautico Espanol de Vela (Cnev) zugedacht, der US-Klub zweifelt jedoch an der Rechtmäßigkeit. Die US-Amerikaner beanstandeten zudem das neue Reglement, das unter anderem größere Boote vorsieht.

Kampfansage an BMW Oracle

Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli nutzte die Pressekonferenz, um seine Kampfansage an Larry Ellison zu bekräftigen: "Zweimal hat er es nicht geschafft auf dem Wasser zu gewinnen", sagte Bertarelli. "Jetzt versucht er es vor Gericht. Das ist für mich eine sehr große Enttäuschung. Es sieht so aus, als wolle er die Regatta so teuer wie möglich machen. Denn der Weg vor das New Yorker Gericht ist sehr, sehr teuer. Er schadet der Marke America's Cup." Zugleich verdeutlichte Bertarelli, worum es bei aller Streiterei in erster Linie geht: "Ich werde mit meiner ganzen Energie gegen diesen unnötigen Vorgang vorgehen. Wir sind keine Anwälte, wir wollen segeln. Gott sei Dank gibt es ein paar andere Teams, die gegen uns segeln wollen."

Und der Alinghi-Chef zog zugleich ein Ass aus dem Ärmel: Die Schweizer haben das Emirates Team New Zealand als vierten Herausforderer akzeptiert. Somit haben die "Kiwis" offenbar weniger Probleme mit dem Protokoll des 33. America's Cup als die Konkurrenz aus Übersee. Zugleich sprach Bertarelli dem neuen "Challenger of Record", der Desafio Espanol, erneut das Vertrauen aus: "Desafio ist ein verlässlicher und starker Partner. Dafür will ich ihnen danken."

Bertarelli war aber auch über den alten und neuen Gastgeber voll des Lobes: "Ich habe vollstes Vertrauen in Valencia. Valencia war ein toller Gastgeber. Valencia hat bewiesen, ein fantastisches Revier zu sein." ACM-Chef Michel Bonnefous zeigte sich "sehr glücklich über diese Entscheidung. Wir werden versuchen, den besten Cup aller Zeiten zu organisieren." Für Bürgermeisterin Rita Barbera war die Entscheidung hingegen keine große Überraschung: "Valencia war der beste Gastgeber in der Geschichte des America's Cup." Und die Spanier lassen sich das erneute Vergnügen einiges kosten: 105 Mill. Euro werden sie auf den Tisch legen. Jeweils 40 Prozent zahlen Staat und Region. 20 Prozent verbleiben für die Stadt Valencia.

Zwei Vorregatten 2008

Bei der Pressekonferenz am Mittwoch standen neben dem Streit mit BMW Oracle vor allem weitere Einzelheiten zum neuen Modus im Mittelpunkt. 2009 soll wie schon 2007 auf dem Nord- und Südkurs vor Valencia gesegelt werden. Somit gibt es wohl eine Einigung mit Valencia über den Ausbau des Containerhafens, dem der Südkurs zum Opfer fallen sollte. Im Frühjahr 2008 in Valencia und im Herbst in einer noch zu benennenden europäischen Stadt sind Vorregatten mit den alten Cuppern geplant. "2009 gibt es dann mit den neuen Booten eine "Challenger Selection Series", an der auch Alinghi teilnimmt. Details zur neuen Klasse gibt es bis Ende Oktober 2007. Die Schweizer wollen die Art der neuen Bootsklasse mit den "existierenden Herausforderern" diskutieren, bevor sie bestimmt wird.

Für die neue Klasse dürfen die Teams zwar zwei Boote bauen, allerdings dürfen diese nicht mehr gegeneinander segeln. Die beim letzten Cup so beliebten internen Zweiboot-Tests fallen also aus Kostengründen weg: "Wir wollen die Trainingszeit wie in der Formel 1 limitieren."

Vier Herausforderer haben die Titelverteidiger aus der Schweiz akzeptiert. Während neben dem Challenger of Record das Team Shosholoza und das neue britische Team Origin keine Überraschungen sind, ist die Teilnahme der "Kiwis" von größerer Bedeutung für die Alinghi. Gleichzeitig mahnte Bertarelli die weiteren potenziellen Teilnehmer zur Eile: "Es gibt nur limitierten Platz im Hafen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%