Segeln America's Cup
Alinghi zieht seinen Kompromissvorschlag zurück

Der Streit um den Austragungsort des 33. America's Cup ist um ein Kapitel reicher. Titelverteidiger Alinghi beharrt für die Wettfahrt nun doch auf dem Emirat Ras al-Chaimah.

Der Streit um den Austragungsort für den 33. America's Cup wird immer mehr zu einem Possenspiel: Titelverteidiger Alinghi ist zurückgerudert und von seinem Kompromissvorschlag, die Veranstaltung im kommenden Februar vor Valencia auszusegeln, abgerückt. Stattdessen wollen die Schweizer das Duell gegen Herausforderer BMW-Oracle nun wieder im von ihnen ursprünglich als Austragungsort gewählten Emirat Ras al-Chaimah ausrichten. Notfalls soll der Kampf um die älteste Sport-Trophäe der Welt sogar vom kommenden Februar auf den folgenden Mai verschoben werden.

Dies verdeutlichte Alinghi vor der Berufungskammer des Obersten Gerichtshofes von New York, die in den nächsten Wochen über den Fall entscheiden will. Die Zukunft des Cups ist damit erneut ungewiss. Ras al-Chaimah war von der New Yorker Richterin Shirley Kornreich zuletzt zu einem unzulässigen Schauplatz für den Februar erklärt worden, da die Rennen gemäß der Cup-Stiftungsurkunde im europäischen Winterhalbjahr in der südlichen Hemisphäre stattfinden müssen.

Das Recht des Titelverteidigers

Alinghi schien daraufhin im nun schon fast zweieinhalb Jahre andauernden Streit mit BMW-Oracle einzulenken und auf den von den Amerikanern vorgeschlagenen Austragungsort Valencia, wo der Cup bereits 2007 ausgesegelt worden war, einzugehen. Nun änderten die Schweizer jedoch ihre Meinung und berufen sich auf das ebenfalls in der Stiftungsurkunde festgelegte Recht des Titelverteidigers, den Cup-Schauplatz zu wählen.

Bestärkt sieht sich Alinghi zudem von einem Urteil von Kornreichs Richterkollegen Herman Cahn, der im Mai 2008 festgelegt hatte, dass die Veranstaltung "in Valencia oder an irgendeinem anderen" von den Eidgenossen gewählten Ort stattfinden könne. "Wenn die Entscheidung von Richterin Kornreich bestätigt wird, wäre dies das erste Mal in der Geschichte des Cups, dass der Titelverteidger seines grundlegenden Rechts, den Austragungsort zu wählen, beraubt würde", sagte Vize-Kommodore Fred Meyer vom Alinghi vertretenden Yachtklub Societe Nautique de Geneve (SNG).

Um die Auflagen der Stiftungsurkunde zu erfüllen, schlugen die Schweizer vor, die Wettfahrten erst im kommenden Mai stattfinden zu lassen. Dabei hatte Alinghi-Skipper Brad Butterworth erst vor zwei Wochen erklärt: "Ich denke, ich spreche für die gesamte Segelgemeinschaft, wenn ich sage, dass wir den Cup so schnell wie möglich auf dem Wasser austragen wollen."

BMW-Oracle bereits auf Valencia eingestellt

Bei BMW-Oracle zeigte man sich von dem Sinneswandel der Eidgenossen schockiert. Nachdem man sich zuletzt auf Valencia geeinigt hatte, brachten die Amerikaner Teile ihres Equipments bereits auf den Weg in die spanische Metropole. Ein Wechsel des Schauplatzes sei "unfair". "Wenn das Rennen jetzt doch nicht in Valencia stattfinden würde, wären wir stark benachteiligt", meinte BMW-Oracle-Sprecher Tom Ehmann.

Zumal Alinghi nun auch auf seinen Vermessungsbestimmungen für die Boote beharrt. "Die von Alinghi geforderte Methode entspricht nicht der gängigen Praxis und wurde nie zuvor im America's Cup gebraucht. Unser Boot wäre dann disqualifiziert", meinte Ehmann.

© SID

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