Segeln America´s Cup
Angeln und Lesen als Zeitvertreib bei Flaute

Zur Untätigkeit verdammt müssen die Teilnehmer des America´s Cup sehen, wie sie die Zeit auf dem Wasser trotz Flaute rumkriegen. Während die einen in Büchern schmökern, angeln die anderen erfolgreich im Mittelmeer.

Verkehrte Welt in Valencia. Mit Investitionen von knapp zwei Mrd. Euro hat sich die Stadt in den vergangenen dreieinhalb Jahren auf den Tag X vorbereitet. Die Hafenanlagen wurden komplett umstrukturiert, ganze Straßenzüge verschönert, die Flughafengebäude modernisiert und die Hotelkapazitäten gesteigert. Die drittgrößte Stadt Spaniens schien für den Start der Herausforderer-Runde des 32. America´s Cup am vergangenen Montag gerüstet. Die "Königsklasse" des Segelns gab es an der Costa del Azahar bis Mittwoch aber dennoch nicht zu bestaunen. Eine hartnäckige Flaute war im üppigen Budget nicht einkalkuliert.

Dabei galten gerade die konstanten Windverhältnisse als Hauptargument für den Austragungsort Valencia. Der Schweizer Titelverteidiger Alinghi, der als Mannschaft aus einem Binnenland über kein geeignetes Gewässer für die Veranstaltung verfügt, wählte die südspanische Metropole im November 2003 als Schauplatz aus. Mittelmeerwind Garbi weht in der Regel von April bis Oktober mit zehn bis 15 Knoten vor der Küste. Ein Faustpfand, das gegen die verbliebenen Mitbewerber Lissabon, Neapel und Marseille den Ausschlag gab.

Schümann überrascht von der Flaute

Nach den drei Flautentagen zeigt man sich im Lager der Segler nun überrascht. "Das ist schon ungewöhnlich", sagte Alinghis dreimaliger Olympiasieger Jochen Schümann aus Penzberg: "Die Winde sind momentan einfach nicht stabil. Es wird aber besser werden." Von Planungssicherheit jedoch keine Spur. Dabei wollten es die Schweizer nach den Erfahrungen des Cups 2003 in Neuseeland besser machen. In Auckland hatte zu starker Wind immer wieder zu Rennabsagen geführt.

Den Humor haben die Aktiven trotz der nervenzehrenden Situation bisher aber nicht verloren. An Bord des Team New Zealand schmökerte man in eigens mitgenommenen Büchern. Navigator Simon Fisher von der Victory Challenge machte seinem Namen alle Ehre, warf eine Angel aus und zog eine Gelbschwanzmakrele aus dem Wasser.

Kleiner Wettgewinn für Carsten Schon

Beim United Internet Team Germany sagte Trimmer Carsten Schon am Dienstag den Zeitpunkt der Rennabsagen bei einer Wette mit seinen Crewkollegen richtig voraus und durfte 16 Euro einstreichen. Ein kleiner Gewinn. Valencia erhofft sich durch den Werbeeffekt des Cups bis 2015 einen Ertrag von rund 3,6 Mrd. Euro. Eine Summe, die für Schon selbst bei anhaltender Flaute nicht zu erreichen wäre.

© SID

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