Segeln America´s Cup
Bank zieht die Konsequenzen und tritt ab

Jesper Bank hat die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden des United Internet Team Germany gezogen und seinen Rücktritt erklärt: "Der Weiterentwicklung der deutschen Kampagne möchte ich nicht im Weg stehen."

Skipper Jesper Bank hat am Donnerstag seinen Rücktritt beim Segel-Syndikat United Internet Team Germany erklärt. "Die Gründe für unser enttäuschendes Abschneiden sind vielfältig, aber für den sportlichen Bereich trage ich eine große Verantwortung. Daher ziehe ich die Konsequenzen und trete als Skipper zurück", sagte Bank, der der Mannschaft bis zu seinem Vertragsende am 31. Dezember 2007 allerdings noch in beratender Funktion zur Seite stehen wird: "Bis dahin möchte ich gute Arbeit abliefern, damit es mein Nachfolger besser machen kann."

Schümann ist Wunschkandidat

Syndikats-Chef Michael Scheeren plant unterdessen die angestrebte Folgekampagne und sucht bereits einen neuen Skipper und Steuermann. Wunschkandidat ist der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann vom Schweizer Titelverteidiger Alinghi.

"Natürlich träume ich davon, dass Jochen Schümann für uns segeln wird. Ich habe aber noch nicht mal mit ihm gesprochen und halte derartige Spekulationen für verfrüht. Wir werden jedoch so schnell wie möglich versuchen, ein neues Team zusammenzustellen", erklärte Scheeren. Schümann selbst möchte sich vor Cup-Ende im kommenden Juli nicht zu seiner Zukunft äußern.

Neues Personal will Scheeren auch mit einem höheren Budget locken. Sollte der Cup erst in vier Jahren wieder ausgetragen werden, soll der Etat auf 80 Mill. Euro angehoben werden. Das wären 30 Mill. mehr als zuletzt. "Wir wollen weitermachen und bleiben bis Juni 2008 in Valencia. Vor ein paar Tagen haben wir auf der Kieler Knierim-Werft begonnen, ein neues Boot zu bauen. In diesem Bereich sehen wir noch Optimierungsbedarf", sagte Scheeren. Geldgeber sind allerdings bisher nicht gefunden.

Sponsorenfrage ist offen

"Die Sponsorenfrage ist offen. Wenn man ein überzeugendes sportliches Konzept stehen hat, ist unser bisheriger Sponsor United Internet erster Ansprechpartner. Es müssen aber auch weitere Geldgeber hinzukommen", erklärte Scheeren, der neben einem neuen Steuermann fünf bis sechs weitere "Top-Segler" verpflichten möchte und hofft, dass der 33. Cup erneut in Europa ausgetragen wird: "Das würde die Suche nach Sponsoren natürlich erleichtern."

Zudem holt der Syndikats-Boss Eberhard Magg zurück, der in den vergangenen Wochen das Sponsoreninteresse am Cup ausgelotet hatte. "Wir müssen die Kräfte bündeln. Es bringt nichts, wenn man versucht, drei Kampagnen zu starten und am Ende keine übrig bleibt", meinte Scheeren: "Wir werden mit Eberhard Magg zusammenarbeiten und müssen sehen, wie man die Managingaufgaben jetzt verteilt."

Bank zog ein ernüchterndes Fazit seiner rund zweijährigen Tätigkeit. "Ich bin enttäuscht, dass ich meine Ziele nicht erreichen konnte. Niemand in unserem Team ist eine solche Niederlagenserie gewöhnt. Ich brauche Ruhe und Luft, die werde ich mir jetzt nehmen", sagte der 50-Jährige, der seinen Posten als Steuermann schon in den vergangenen Wochen zweimal zur Verfügung stellen wollte: "Damals passte der Zeitpunkt allerdings nicht."

© SID

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