Segeln America's Cup
Der Mann mit der Mission

Steuermann Dean Barker bestreitet am Samstag sein drittes Americas's-Cup-Finale in Folge. Die Mission des 34-Jährigen ist klar: Vier Jahre nach der "Schmach von Auckland" soll der Cup zurück nach Neuseeland.

Die Hoffnungen einer ganzen Segel-Nation liegen ab Samstag auf den Schultern von Dean Barker. Vier Jahre nach der "Schmach von Auckland" soll der Steuermann des Emirates Team New Zealand den America's Cup zurück nach Neuseeland holen. "Wir haben die Möglichkeit, die Dinge wieder gerade zu rücken", spricht der 34-Jährige aus, was das ganze Land hofft.

In heimischen Gewässern hatten die "Kiwis" 2003 eine vernichtende 0:5-Niederlage gegen die Alinghi kassiert. Mit der Neuauflage des Finales schließt sich nun der Kreis für Barker, der an der Demontage lange zu knabbern hatte. "Es war eine schreckliche Niederlage für unser Land", erinnert sich der Mann aus Auckland nur ungern an die bitterste Stunde seiner Karriere.

Cup-Erfahrung seit 1995

Mit dem Segeln begonnen hatte Barker, der vor seinem dritten Cup-Finale in Folge steht, im Alter von zehn Jahren im Optimisten. Dann ging es rasend schnell: Schon für die Kampagne von 1995 holte Segel-Ikone Russell Coutts das Ausnahme-Talent ins neuseeländische Boot, wo er zunächst aber nur im Training zum Einsatz kam.

Nach dem deutlichen Sieg der "Kiwis" gegen das US-Team Young America war Barker fünf Jahre später beim Projekt Titelverteidigung bereits eine feste Größe. In der Vorbereitung diente er seinem Mentor Coutts als Sparringspartner. Im letzten Final-Rennen gegen Herausforderer Luna Rossa ließ Coutts seinen Zögling sogar ans Steuer. Barker holte ohne Mühe den letzten noch fehlenden Punkt.

Der "treue Dean"

Anschließend folgte der große Umbruch. Nur zehn Wochen nach dem Finale unterschrieben Skipper Coutts und Taktiker Brad Butterworth bei der Alinghi. Beide wurden als Landesverräter beschimpft, eine Tageszeitung nannte Coutts den meistgehassten Mann Neuseelands.

Das Team brach auseinander, 20 Neuseeländer wechselten zu anderen Syndikaten, die meisten zu Alinghi. Nicht so Barker, für den ein Abschied völlig undenkbar war und ist. Und so kam es, wie es kommen musste: 2003 traf der "treue Dean" im Finale auf seinen alten Lehrmeister Coutts und ging sang- und klanglos baden.

Vertauschte Rollen

Ein Szenario, dass sich in den kommenden Wochen nicht wiederholen soll. Immerhin sind die Vorzeichen gänzlich anders, Barker spricht gar von "fundamentalen Unterschieden". So ist diesmal das Team New Zealand der Herausforderer, der Druck des Titelverteidigers liegt bei der Alinghi. Und auch Coutts ist nicht mehr dabei, für ihn steht entweder Ed Baird oder Peter Holmberg am Steuer der Alinghi.

Genau hier könnte die Chance der Neuseeländer liegen. Denn Barker gilt als Allrounder, der sowohl mit dem aggressiven Peter Holmberg als auch dem abwartenden Ed Baird umzugehen vermag. "Dean kann beides", sagt auch Sebastien Col von der Areva: "Er hat ein starkes Timing und absolute Kontrolle über das Boot. Wenn er eine Chance sieht, dann ergreift er sie".

Fünfmal muss Barker diese Chance beim Schopfe packen, um die Alinghi zu entthronen. Am Samstag hat er erstmals die Gelegenheit dazu.

© SID

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