Segeln America's Cup
Der "weiße Hai" beißt sich durch

Karol Jablonski soll das United Internet Team Germany beim 33. America's Cup 2009 in Valencia zu neuen Ufern führen. Der gebürtige Pole mit deutschem Pass hat ehrgeizige Ziele: "Das Halbfinale sollte es schon sein."

Für das United Internet Team Germany scheint mit der Ernennung Valencias zum Austragungsort des 33. America's Cup der Weg frei zur zweiten Teilnahme in der 156-jährigen Veranstaltungsgeschichte. Auch wenn Syndikats-Chef Michael Scheeren "auf diese Entscheidung gehofft" hat und glaubt, "dass wir mit unserem bisherigen Hauptsponsor jetzt relativ schnell Einigkeit über eine weitere Zusammenarbeit erzielen können" - das deutsche Team war nach dem Aus in der Herausforderer-Runde zum 32. Cup nicht untätig.

Trotz einer ungewissen Zukunft ob des zum damaligen Zeitpunkt noch ausstehenden AC-Matches wurde bereits frühzeitig ein Zugpferd für die neue Kampagne vorgestellt. Karol Jablonski soll das deutsche Team als Skipper und Steuermann 2009 vor Valencia zu neuen Ufern führen. Diese Personalie hilft dem deutschen Syndikat zudem bei der Sponsorensuche: "Sie führen viele Gespräche, vor allem mit potenziellen Sponsoren. Da war es ihnen wichtig, eine Führungsperson zu haben, die man vorzeigen kann", erklärt Jablonski im Interview mit der "Yacht".

Ehrgeizige Ziele

Und der 44-Jährige hat ehrgeizige Ziele: "Meine Ziele können ja nicht niedriger sein als mit dem spanischen Team." Das Halbfinale sollte es also schon sein. Jablonski glaubt an das Potenzial des deutschen Teams und hat seine Crew-Wunschliste offen gelegt: "Wir versuchen, so viele deutsche Segler aufzunehmen, wie es geht." Auch der Nachwuchs wird laut Jablonski seine Chance bekommen. Erste Kandidaten für den zweiten Cup-Anlauf sind Alinghi-Sportdirektor Jochen Schümann, Tony Kolb (BMW Oracle) und Tim Kröger von der Shosholoza. Jablonski bestätigt im Interview Gespräche mit den Wunschpersonalien, Einzelheiten will der gebürtige Pole, der einen deutschen Pass besitzt, aber nicht verraten.

Jablonski musste sich bei der Desafio Espanol gegen zahlreiche Widerstände durchsetzen. Die spanischen Medien haben den als harten Hund bekannten Steuermann gehasst, von der Konkurrenz wurde der Matchrace-Weltmeister von 2003 zunächst nur belächelt. Jeder misslungene Start wurde dem Polen vorgehalten, Siege unter den Teppich gekehrt. Die Spanier wollten einen Landsmann am Steuer "ihrer" Desafio sehen.

Doch Jablonski ist der Aufsteiger des vergangenen America's Cup. Schließlich führte er die Gastgeber trotz des immensen Drucks bis ins Halbfinale, vollbrachte Historisches. Der "Weiße Hai", dem in seiner Karriere nichts in den Schoß fiel, hat sich durchgebissen. Und Jablonski will sich beim deutschen Team "weiterentwickeln. Dass ich größeren Einfluss auf das Team haben kann, ist ein riesiger Schritt in meiner Karriere."

Der 44-Jährige hat sich intensiv mit seinem neuen Arbeitgeber beschäftigt. "Beim Cup handelt es sich um eine sehr komplexe Sache, bei der nicht eine einzelne Person Kontrolle über alle Bereiche ausüben kann und dann noch an Bord ist und steuert. Daher ist es kein Geheimnis, dass das deutsche Team und BMW Oracle die gleiche Führungsstruktur hatten und beide unter ihrem Niveau segelten."

Jablonski sucht erfahrene Segler

Auch wenn Jablonski die beiden wichtigsten Positionen auf sich vereint, sieht sich der Pole nicht "als Gott im Team und als Schlauberger, der alles besser weiß." Der neue Uitg-Skipper will sich erfahrene Segler an die Seite holen, die das Team mit führen und formieren. Die letzte Entscheidung über das A-Team obliegt allerdings dem begeisterten Eissegler. "Schließlich bin ich derjenige, der mit ihnen segelt."

Kein Geheimnis ist der große Traum des 44-Jährigen: der Gewinn des Cups. "Ich habe viele Jahre verbraucht, um da zu sein, wo ich jetzt bin." Sein erster Versuch, die Etablierung einer polnischen Kampagne, scheiterte 2001 aus finanziellen Gründen. Nach Zwischenstationen bei der kurzlebigen italienischen Kampagne Toscana Challenge 2003 und bei + 39 Challenge 2005 landete Jablonski schließlich 2005 bei den Spaniern. Nun also die deutsche Kampagne. Wie sich der Masure seinen großen Traum doch noch erfüllen will, weiß Jablonski: "Gute Planung, realistische Ziele, kleine Schritte und große Disziplin."

© SID

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