Segeln America's Cup
Der "weiße Hai" Jablonski will es wissen

Als Karol Jablonski im Juni als neuer Steuermann beim Team Germany anheuerte, waren noch viele Fragen offen. Seit der Verpflichtung von Teamchef Jochen Schümann glaubt der Deutsch-Pole jedoch an eine "große Zukunft".

Der "harte Hund". Der "weiße Hai". Der "Killer". Wer nur die Spitznamen von Karol Jablonski kennt, vermutet in dem neuen Steuermann des United Internet Team Germany einen eiskalten Segler. Ganz falsch ist das nicht. Seit der Verpflichtung von Teamchef Jochen Schümann jedoch verbreitet der 45-Jährige pausenlos gute Laune. "Alles kommt so, wie ich es mir gewünscht habe", sagt der Pole mit deutschem Pass zu der neuen Doppelspitze.

Drei Monate lang war Jablonski Kopf einer Mannschaft, deren einziges Mitglied er selber war. "Ich konnte ihn ganz früh gewinnen. Das hat mir imponiert", freute sich Syndikatschef Michael Scheeren über die ungewöhnlich frühe Zusage im Juni: "Wir haben damit auch ein Zeichen gesetzt, dass wir es ernst meinen." Nicht zuletzt für die Suche nach neuen Sponsoren ein enorm wichtiger Schritt.

Mit neuem Boot und neuem Team nach vorne

Der prominente Neuzugang, der das spanische Team Desafio Espanol in Valencia überraschend ins Halbfinale geführt hatte, stürzte sich umgehend auf seine neuen Aufgaben. "Den ganzen Sommer habe ich gearbeitet, um Kontakte zu knüpfen", sagt Jablonski im Rückblick: "Jetzt können wir sagen, dass wir gute Leute zusammen haben. Zusammen mit dem Kauf des neuen Bootes haben wir die Möglichkeit, mit den besten Teams zu konkurrieren und die auch zu schlagen."

Ausschlaggebend für den neuen Optimismus war nicht zuletzt die Ankunft von Jochen Schümann. Jahrelang verband die beiden Weltklassesegler der gemeinsame Traum, mit einer deutschen Mannschaft am America's Cup teilzunehmen. Schümann, weil er alles erreicht hat und dies als letzte große Aufgabe empfindet. Jablonski, weil er Deutschland als seine zweite Heimat ansieht.

Zweite Chance in Deutschland

Mit 23 reiste der Mann aus Ostpreußen zu seiner Tante ins westfälische Hamm. In Polen war ihm seine Yacht weggenommen worden, nachdem er seinen Trainer beleidigt und eine Entschuldigung verweigert hatte. Die Segelkarriere schien vorbei, Jablonski arbeitete fortan auf dem Bau und an der Presse einer Gummifabrik. Fünf Jahre lang. Dann schaffte er wieder den Anschluss, knüpfte Kontakte zur deutschen Admiral's-Cup-Szene.

1993 gewann er mit der "Pinta" von Willi Illbruck den Admiral's Cup, 1999 wurde er mit Thomas Friese Weltmeister in der Mumm-36-Klasse. "In diesem Land habe ich meine Chance bekommen. Hier habe ich meine größten Erfolge gefeiert", gerät die ehemalige Nummer eins der Matchrace-Weltrangliste ins Schwärmen: "Ich freue mich, dass ich für Deutschland segeln kann. Das war der Grund, warum ich so früh unterschrieben habe."

"Ich glaube, wir stehen vor einer großen Zukunft"

Bekannt geworden ist Jablonski durch seine aggressiven Starts. Manchmal kassiert er einen Penalty, häufiger jedoch legt er so den Grundstein zum Sieg. Als "Killer" sieht er sich deswegen aber nicht. "Um ein guter Steuermann zu sein, muss man einen gewissen Instinkt haben. Diesen Instinkt muss mann auch der Mannschaft vermitteln. Beim Segeln auf dem höchsten Niveau ist es erforderlich, eine homogene Mannschaft zu haben und kleine Fehler zu vermeiden", lautet sein Rezept.

Motivation steckt also genug in dem neuen Steuermann des United Internet Team Germany. "Das ist für mich immer der Hauptpunkt gewesen, um erfolgreich zu sein. Ohne Motivation kann man keine Erfolge erreichen", so die Devise: "Deutschland hat das Potenzial hat, um erfolgreich zu sein. Ich glaube, wir stehen vor einer großen Zukunft."

© SID

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