Segeln America's Cup
Die größte Aufholjagd der Cup-Geschichte

Große Duelle hat der America's Cup viele gesehen. Ins Gedächtnis gebrannt haben sich nur wenige. Nummer eins ist bis heute das Finale von 1983, als eine endlose Serie endlich riss.

Nur wenige America's-Cup-Duelle bleiben auf ewig im Gedächtnis hängen. Das letzte Rennen von Valencia gehört sicher dazu, als die Alinghi mit der Winzigkeit von einer Sekunde Vorsprung den Pokal gewann. Doch auch nach jenem 3. Juli 2007 waren sich alle Beobachter sicher: Die Dramatik von 1983 wird wohl nie mehr erreicht werden.

Es stimmte einfach alles vor jenem "Jahrhundert-Duell". Unglaubliche 132 Jahre lang gehörte der Pokal den Amerikanern, war inzwischen sogar im Trophäenschrank des New Yorker Yachtklubs festgeschraubt. Und nichts deutete darauf hin, dass bald die Handwerker Einzug halten würden: Mit 2:0 und 3:1 ging die US-Yacht Liberty gegen die Australia II in Führung. Nur noch ein Sieg fehlte.

Bertrand schockt "Mr. America's Cup"

Doch dann begann, was die Sunday Star Times (Neuseeland) unlängst auf Rang sechs der größten Aufholjagden aller Zeiten wählte, weit vor Manchester Uniteds Champions-League-Comeback gegen Bayern München 1999 (Platz 15) oder dem "Wunder von Bern" 1954 (Platz 20). Denn der Underdog mit der Känguru-Flagge im Mast schlug zurück, Skipper John Bertrand glich gegen "Mr. America's Cup" Dennis Conner zum 3:3 aus. Das siebte Rennen musste die Entscheidung bringen.

Der letzte Akt am 26. September wurde zu einem Symbol des gesamten Finales. Bei klarem Wetter setzten die inzwischen förmlich verfeindeten Teams - "Das ist kein Sport mehr, das ist Krieg", so Australiens Teamchef Alan Bond - in der Bucht von Newport die Segel zum finalen Showdown. Und wieder ging Conners US-Team schier uneinholbar in Führung.

Entscheidung auf den letzten Metern

Noch an der letzten Wendemarke lag die Liberty eineinhalb Minuten vorne - im America's Cup eine Ewigkeit. Doch auf der letzten Bahn des letzten Rennens wendete sich das Blatt ein weiteres Mal. Betrand setzte alles auf eine Karte, scherte aus und erwischte eine Böe. Noch bevor Conner reagieren konnte, war die Australia II davongezogen. Die Amerikaner versuchten auf den letzten Metern noch einmal alles, aber es war zu spät. Nach 132 Jahren war die USA die "Auld Mug" los.

In Australien kannte die Begeisterung keine Grenzen. Schon seit Wochen bestimmte der America's Cup die Schlagzeilen, Premierminister Robert Hawke rief einen inoffiziellen Nationalfeiertag aus und mahnte alle Arbeitgeber des Landes, keine rechtlichen Schritte gegen Schwänzer einzuleiten. Solche Chefs wären "Dummköpfe", so Hawks berühmter Ausspruch.

Vier Jahre später in Fremantle revanchierte sich Connor und holte den Cup zurück in die USA. Doch die bittere Schmach von 1983 konnte er nicht mehr tilgen. Das legendäre Duell hatte sich längst als das größte der Cup-Geschichte in die Gedächtnisse eingebrannt. Bis heute.

© SID

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