Segeln America's Cup
Erfahrung, Professionalität und Hunger nach Erfolg

Als Steuermann hat Karol Jablonski großen Anteil an der Zusammenstellung der neuen deutschen Crew. Im Interview spricht der Deutsch-Pole über die Stärken der Mannschaft und seine Arbeit an der Seite von Jochen Schümann.

Im Sommer unterschrieb Karol Jablonski als erster Segler für die neue America's-Cup-Kampagne des United Internet Team Germany. Seither hat der Deutsch-Pole am Aufbau einer schlagkräftigen Truppe gearbeitet, die am Dienstag in Valencia vorgestellt wurde. "Wir haben alle ein Ziel: Wir wollen das bestmögliche Resultat erreichen. Dafür arbeiten wir hart", erklärt der Steuermann im Interview.

Frage. Wo liegen die Stärken der neuen Mannschaft?

Jablonski: Das ganze Team ist durchdacht aufgebaut. Die Leute kennen sich gut, sind relativ jung, gleichzeitig aber erfahren. Es fehlen vielleicht die großen Namen, aber wir wollten Erfahrung, Professionalität und Hunger nach Erfolg. Wir haben alle ein Ziel: Wir wollen das bestmögliche Resultat erreichen. Dafür arbeiten wir hart.

Frage: Sie haben vier Segler von ihrem alten Team Desafio Espanol mitgebracht. Sind das die Personen, auf die Sie sich verlassen können?

Jablonski: Wir sind zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen. Es ist für mich wichtig, Segler um mich zu haben, die ich kenne. Das hilft, das Boot schnell zu machen und in stressigen Situationen schlechte Entscheidungen zu vermeiden. Auch der Rest des Teams wurde so konzipiert, dass die Segler die gleichen Interessen und eine große Motivation haben.

Frage: Hatten Sie vorher eine Liste mit Kandidaten erstellt?

Jablonski: Natürlich. Ich habe meine Jungs gefragt, mit wem sie gerne arbeiten wollen. Ich kann schließlich nicht entscheiden, an wessen Seite mein Trimmer oder mein Vorschiffmann segeln muss. Aber ebenso ging es um Fähigkeiten. Bei einem oder zwei Posten hatten wir eine ziemlich große Auswahl, auch dank unseres frühen Starts.

Frage: Stand Ihr alter Weggefährte Markus Wieser auch auf der Liste?

Jablonski: Er stand und steht immer noch. In der Afterguard sind wir noch nicht komplett, und die Zeit ist sehr knapp. Markus ist ein guter Segler, aber hat nicht die Erfahrung mit großen Booten.

Frage: Welche Positionen müssen noch besetzt werden?

Jablonski: Im taktischen Bereich haben wir noch Bedarf. Dann vielleicht beim Pitman, aber auch Ersatz-Grinder brauchen wir noch. Schließlich verlangt die neue Bootsklasse den Seglern alles ab.

Frage: Wie bewerten Sie Ihre Zusammenarbeit mit Jochen Schümann?

Jablonski: Sehr gut. Ich bin glücklich, dass er sich für uns entschieden hat. Er ist ein erfahrener Segler, der viel mitbringt. Das macht das deutsche Team stärker. Jochen hat mir zudem einen Großteil der Arbeit abgenommen, nun kann ich mich mehr aufs Segeln konzentrieren.

Frage: Haben Sie bei Schümanns Verpflichtung mitgeholfen?

Jablonski: Wir haben viele Gespräche geführt, er war immer willkommen. Aber die Entscheidung musste er alleine treffen. Wir haben ihm dabei geholfen. Ansonsten hätten wir einen anderen suchen müssen, und einen gleichwertigen Ersatz hätte es nicht gegeben. Ich habe mir sehr gewünscht, dass er kommt.

Frage: Warum haben Sie Ihr altes Team Desafio Espanol verlassen?

Jablonski: Die Kampagne war nicht einfach für mich. Mir war immer klar, dass ich gehen würde. Bei den Gesprächen um eine Vertragsverlängerung habe ich dann Forderungen gestellt, die sie nicht erfüllen wollten. Der Vertrag lief aus, ich war also frei.

Frage: Die Entscheidung für das United Internet Team Germany fiel sehr schnell.

Jablonski: Ich hätte mich natürlich weiter umhören können, aber ich habe ein besonderes Verhältnis zu Deutschland, habe dort lange gelebt. Die erste Kampagne ist nicht gut gelaufen. Ich will dabei helfen, bessere Arbeit abzuliefern. Das Team hat das Potenzial und die Möglichkeit dazu.

Frage: War die schnelle Entscheidung auch ein Vorteil?

Jablonski: Ich war der Erste und konnte das Team aufbauen. Das war für mich wichtig. Auch der frühe Start der Kampagne war von Bedeutung. Heute bin ich sehr zufrieden mit dem Stand der Dinge. Wir haben viel erreicht und liegen gut im Zeitplan, obwohl dieser sehr eng ist.

© SID

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