Segeln America´s Cup
Für Skipper Bank ziehen Wolken am Horizont auf

Für Skipper Jesper Bank vom Team Germany wird die Luft offenbar dünner. "Wenn eine andere Konstellation erfolgversprechender wäre, muss man sich überlegen, wie es weitergeht", so Kampagnen-Chef Michael Scheeren.

Für Skipper Jesper Bank (Dänemark) vom deutschen Segel-Syndikat United Internet Team Germany ziehen nach der Niederlagenserie bei der Herausforderer-Runde für den 32. America´s Cup in Valencia Wolken am Horizont auf. "Wenn zwei, drei neue Leute kommen und eine andere Konstellation erfolgversprechender wäre, muss man sich überlegen, wie es weitergeht", sagte Kampagnen-Chef Michael Scheeren dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Kein Freifahrtschein für Bank

Zuletzt hatte sich der Syndikats-Boss trotz einer bisher enttäuschenden Bilanz von zwei Siegen bei 16 Niederlagen stets vor seinen Steuermann gestellt und ihn als "wichtigen Baustein" der geplanten Folgekampagne bezeichnet. Nun ruderte Scheeren zurück und stellte Bank keinen Freifahrtschein mehr aus: "Jesper Bank hat einen Vertrag bis Ende 2007 und wird für uns ein wichtiger Gesprächspartner sein. Wir werden ihn in unsere Planungen einbinden. Aber auch er muss uns seine Vorstellungen darlegen."

Ausgelöst worden war die Debatte vom deutschen Kommodore Willi Kuhweide. In einem ARD-Interview hatte der Olympiasieger von 1964 am Sonntag in Frage gestellt, ob Bank und der vom Team Germany umworbene Alinghi-Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) zusammenarbeiten könnten: "Es wäre einen Test wert. Ich nehme es aber nicht an."

Kuhweide voll des Lobes über Schümann

Zugleich lobte Kuhweide Schümann in höchsten Tönen: "Es ist keine Frage, dass Jochen der Experte schlechthin ist, der zudem über große America´s-Cup-Erfahrung verfügt. Er wäre ein Gewinn für jedes Team."

Entscheidungsgewalt hat Kuhweide in seiner Rolle jedoch nicht. Die besitzt dafür Scheeren, der im Personalpoker auf Zeit spielt. "Ich halte diese Diskussion für verfrüht und habe noch nicht einmal mit Jochen Schümann gesprochen. Wir müssen erstmal sehen, ob wir wirklich Top-Leute bekommen. Wenn wir das schaffen, gilt es abzuwarten, ob diese zusammenarbeiten können", meinte der 49-Jährige, dessen Mannschaft in der Gesamtwertung nur auf dem zehnten und vorletzten Platz liegt. Der angestrebte achte Rang ist rechnerisch außer Reichweite. "Natürlich sind wir damit vollkommen unzufrieden", erklärte Scheeren.

"Wir würden uns sehr gut ergänzen"

Am Donnerstag will sich der Syndikats-Chef zur geplanten deutschen Folgekampagne äußern. Bank kämpft derweil um seine Position und betonte am Sonntagabend erneut, dass er sich eine Zusammenarbeit mit Schümann gut vorstellen könne: "Ich würde mich darüber freuen. Wir würden uns sehr gut ergänzen." Am vergangenen Donnerstag hatte Bank für den Fall einer Verpflichtung Schümanns sogar angekündigt, auf die Rollen als Skipper und Steuermann verzichten zu wollen.

Schümann selbst, dem Bank 2000 in Sydney die mögliche vierte olympische Goldmedaille vor der Nase weggeschnappt hatte, äußert sich derzeit nicht zu seinen Zukunftsplänen. Einen Wechsel zu einem deutschen Team hatte der 52-Jährige zuletzt aber wiederholt nicht ausgeschlossen.

© SID

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