Segeln America's Cup
Größer, schneller, leichter - die neue Bootsklasse

Mit der Einführung einer neuen Bootsklasse hat im America's Cup eine neue Zeitrechnung begonnen. Fast 28 Meter lang werden künftig die deutlich schnelleren Yachten, die allerdings nur noch 23 Tonnen wiegen.

16 Jahre sind auch im America's Cup eine lange Zeit. Und doch waren viele Beobachter überrascht, als die Alinghi im Juli neue Boote und damit das Ende der bewährten America's-Cup-Klasse (ACC) ankündigte. Fünfmal war die älteste Sporttrophäe der Welt in den ACC-Booten ausgefahren worden, die im Mai 1991 in San Diego erstmals vom Stapel gelaufen waren.

Zeit für etwas Neues, dachte sich im Sommer nicht nur Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli. Schneller sollten die neuen Yachten werden, breiter und länger. Am 31. Oktober machten die Schweizer endlich Nägel mit Köpfen. In Valencia präsentierte der Titelverteidiger die neue Bootsklasse, die auf den Namen "AC 90" hört.

Gut ein Drittel länger

Auffälligste Neuerung ist die enorme Größe. Mit einer maximalen Gesamtlänge von 27,4 Metern (90 Fuß) sind die Geschosse ein knappes Drittel länger als die aktuellen Boote. Auch breiter geht es künftig zu. 5,3 Meter und damit einer mehr als bisher sind erlaubt. Das schafft Platz: Die Besatzung erhöht sich von 17 auf 20 Segler.

Kurios: Die Yachten werden einen Tiefgang von 6,5 Metern (bisher: 4,5) haben, der Kiel muss allerdings einklappbar sein. Grund ist die Hafeneinfahrt in Valencia, die nur 4,7 Meter zulässt. Weitere Fakten sehen eine Masthöhe von 38 Metern (bisher 33) und eine Großsegelfläche von 300 Quadratmetern (215) vor. Die riesigen Spinnaker-Segel können sogar bis zu 1 000 Quadratmeter umfassen - bislang waren es maximal 510.

Kaum zu glauben scheint daher, dass das Gesamtgewicht der Boote von 24 auf 23 Tonnen reduziert wird. Dieser Parameter wurde erst zu einem späten Zeitpunkt auf Verlangen der Herausforderer definiert, die so einen Zeitvorsprung der Alinghi ausschließen wollten.

Geschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten

Die Vielzahl von Neuerungen dürfte nicht zuletzt die Zuschauer freuen: Besonders dank der größeren Segelfläche werden die "AC 90"-Boote zu wahren Rennern. Bei Rückenwind werden Geschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten erwartet, also knapp 37km/h. Das entspricht nahezu einer Verdopplung gegenüber früher.

Bevor es soweit ist, wartet jedoch noch ein dicker Brocken Arbeit auf die Teams. Alle Teilnehmer müssen Zeit und Geld in Forschung und Entwicklung investieren, um die neuen Designregeln zu verstehen und einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz herauszuholen. Und auch Liebhaber der 16 Jahre alten ACC-Yachten müssen nicht traurig sein: Die eleganten Boote werden nicht gleich ausgemustert, sondern in den Qualifikations-Regatten 2008 noch einmal eingesetzt. Die neuen Geschosse sind erst ein Jahr später an der Reihe.

© SID

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