Segeln America´s Cup
Moderate Erwartungen von Team Germany

Vor dem Startschuss für den 32. America´s Cup hängen die Trauben hoch für das Team Germany um Skipper Jesper Bank. "Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können", so der Däne vorsichtig.

Mit der Hoffnung auf achtbare Ergebnisse und dem festen Willen, Werbung für die angestrebte Folgekampagne zu betreiben, geht das deutsche Segel-Syndikat Team Germany ab Montag in die Herausforderer-Runde des 32. America´s Cup in Valencia. "Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können", sagt Skipper Jesper Bank: "Wenn wir fehlerfrei bis genial segeln, können wir ins Mittelfeld des Klassements vorrücken. Wenn es uns aber nicht gelingt, unser Bestes abzurufen, besteht die Gefahr, dass wir uns am bitteren Ende wiederfinden."

Mehrmals korrigierte der Däne die Zielsetzung in den vergangenen Monaten nach unten. Bei Kampagnenstart vor rund zwei Jahren wollte er mit dem ersten deutschen Teilnehmer in der 156-jährigen Veranstaltungsgeschichte noch ins Halbfinale der Herausforderer einziehen. Anfang des Jahres strebte der Steuermann dann nur noch die Plätze sechs bis acht an. Nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den letzten Vorregatten (Act 13) vor gut einer Woche bezeichnete Bank auch diese Ränge als "außer Reichweite".

Jedes Ergebnis zählt

Zahlreiche Verzögerungen bei der Optimierung der neuen Yacht Germany I, die erst kurz vor Weihnachten 2006 und mit halbjähriger Verspätung auf dem Wasser eingesetzt werden konnte, haben für eine neue Bescheidenheit gesorgt. "Wir baruchen auch mal ein bisschen Glück. Gewinnen macht schließlich viel mehr Spaß als zu verlieren", sagt der ehrgeizige Doppel-Olympiasieger Bank. Der als Grinder verpflichtete zweimalige Kugelstoß-Vizeweltmeister Oliver-Sven Buder ergänzt: "Wir werden hart dafür arbeiten, gute Ergebnisse zu erzielen und wollen die großen Teams ärgern."

Syndikats-Chef Michael Scheeren ist sich derweil bewusst, das ein ansprechendes Abschneiden auch für die angestrebte Folgekampagne von großem Wert wäre. "Jede gute Leistung ist dafür wichtig und hilfreich. Wir sollten uns über jeden Sieg freuen", meint der 49-Jährige. Auch Hauptsonsor und Teameigner Ralph Dommermuth nährte am Sonntag noch einmal die Hoffnungen auf einen Fortbestand der Kampagne: "Es ist sehr gut möglich, dass es auch beim nächsten Cup ein deutsches Team gibt. Dann werden wir auch eine besser Mannschaft stellen."

Insgesamt 20 Rennen stehen für das Team Germany in zwei Round Robins bis zum 6. Mai auf dem Programm. Gesegelt wird im Matchrace, also Boot gegen Boot. Der Sieger eines Rennens erhält zwei Punkte, der Verlierer geht leer aus. Nach der Vorrunde ziehen die vier besten Mannschaften ins Herausforderer-Halbfinale ein, für die anderen sieben Team ist der Traum vom Cup beendet.

Die Top-Favoriten sind das Team New Zealand (Neuseeland), das sich in den Vorregatten bereits vier Bonuszähler erkämpft hat, die US-Kampagne BMW-Oracle-Racing und die Luna Rossa aus Italien (beide drei Bonuspunkte). Das Team Germany geht beim deutschen Cup-Debüt mit nur einem Extrapunkt in die Herausforderer-Runde.

Zwei deutsche Kapitäne dabei

Der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann aus Penzberg kann die Rennen mit der Schweizer Alinghi derweil zunächst genüßlich von Land aus verfolgen. Als Titelverteidiger sind die Eidgenossen direkt für das Duell um den 32. America´s Cup ab dem 23. Juni qualifiziert. "Wir werden die anderen Teams in den kommenden Wochen genau beobachten. Schließlich wollen wir uns von unserem späterern Herausforderer nicht kalt erwischen lassen", sagt Schümann.

Auf die Deutschen wartet zum Auftakt am Montag (14.15 Uhr/live im ZDF und bei arena) in dem Mitfavoriten BMW-Oracle, bei dem der Münchener Vorschiffsmann Tony Kolb zuletzt in der Stammcrew stand, ein schwerer Brocken. Anschließend geht es gegen das südafrikanische Team Shosholoza um den Hamburger Boat Captain Tim Kröger.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%