Segeln America's Cup
Nach Gerichtsurteil neue Hoffnung bei Team Germany

Team Germany hat mit Freude auf das Urteil zu Gunsten von Alinghi im America's-Cup-Streit reagiert. "Das ist natürlich sensationell", sagte Syndikats-Chef Michael Scheeren.

Mit Freude, aber auch Gelassenheit hat man beim deutschen Segel-Syndikat United Internet Team Germany auf die Entscheidung der Berufungskammer des Supreme Courts in New York zu Gunsten des Schweizer America's-Cup-Titelverteidigers Alinghi reagiert. "Das ist natürlich sensationell. Als ich davon hörte, war ich total perplex. Bisher lief ja alles in eine andere Richtung", sagte Syndikats-Chef Michael Scheeren dem sid: "Aber es sind noch immer sehr viele Fragen offen."

Das Gericht hatte den Streit der Alinghi mit der US-Kampagne BMW-Oracle-Racing am Dienstagabend zu Gunsten der Eidgenossen entschieden und den spanischen Club Nautico Espanol de Vela (Cnev) wieder in dessen ursprüngliche Rolle als Herausforderer-Vertreter gehoben. Die Amerikaner hatten diese Aufgabe für sich beansprucht und in einem ersten Urteil im vergangenen März auch Recht bekommen. Nun müssen sie ihre Position wieder räumen.

Team Germany wieder im Rennen

Auch das von BMW-Oracle-Racing als 33. America's Cup geplante Mehrrumpf-Duell mit Alinghi ist damit geplatzt. Stattdessen könnte es nach derzeitigem Stand der Dinge bei der nächsten Cup-Auflage 2010 oder 2011 wieder zu Wettfahrten zwischen mehreren Teams um das Herausforderer-Recht kommen. Dann wären auch die Deutschen wieder im Rennen.

Allerdings wird derzeit davon ausgegangen, dass der Golden Gate Yacht Club (Ggyc) im Namen von BMW-Oracle Berufung gegen das Urteil vom Dienstag einlegt. "Wir sind überrascht und enttäuscht von dieser Entscheidung. Nun werden wir uns juristisch beraten und den nächsten Schritt abwägen", meinte Sprecher Tom Ehman.

Scheeren gibt sich entsprechend vorsichtig: "Es ist schwierig zu beurteilen, wie endgültig diese Entscheidung ist und wie lange es dauern würde, wenn BMW-Oracle noch einmal in die Berufung geht", meinte der 51-Jährige: "Unter dem Strich hat sich für uns erst einmal nichts verändert. Wir müssen abwarten, was passiert. Unabhängig davon, was nun geschieht, sind wir vielleicht noch ein weiteres Jahr im Ungewissen."

Sponsoren würden gerne weitermachen

So müssten Ort, Zeitpunkt und Austragungsmodus für den 33. Cup festgelegt werden. Scheeren ist dennoch optimistisch: "Unsere Sponsoren würden grundsätzlich gern weitermachen. Sobald wir wirklich konkret wissen, wie es weitergeht, sind sie sicherlich bereit, mit uns Gespräche zu führen." Allerdings verfügt das Team Germany derzeit über keine Crew. Die Verträge mit den Seglern wurden im vergangenen März aus Kostengründen und wegen der ungewissen Zukunft der Veranstaltung nicht verlängert.

Die Kernmannschaft um den dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann startet derzeit unter dem Namen "Platoon powered by Team Germany" bei der Mittelmeerserie Med Cup, um Erfahrungen zu sammeln und sich langfristig auf den America's Cup vorzubereiten.

Derweil jubelte Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli nach der Gerichtsentscheidung bereits. "Wir können nun mit unserer Vision von einem Event für mehrere Herausforderer fortfahren. Der Entscheid des Gerichts erklärt unsere Vorgehensweise für korrekt und erlaubt es uns, den America's Cup zurück aufs Wasser zu bringen", sagte der 42-Jährige.

© SID

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