Segeln America's Cup
Scheeren: "Haben auf diese Entscheidung gehofft"

Das United Internet Team Germany wird wohl auch 2009 um den Cup segeln. Nach der Ernennung Valencias zum Austragungsort glaubt Kampagnen-Chef Michael Scheeren an eine schnelle Einigung mit dem bisherigen Hauptsponsor.

Für das deutsche Segel-Syndikat United Internet Team Germany gibt es nach der Ernennung Valencias zum Austragungsort des 33. America's Cup 2009 wohl endgültig eine Zukunft. "Ich denke, dass wir mit unserem bisherigen Hauptsponsor jetzt relativ schnell Einigkeit über eine weitere Zusammenarbeit erzielen können. Damit wäre die Hälfte unseres Budgets gesichert", sagte Kampagnen-Chef Michael Scheeren dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der 50-Jährige kalkuliert bis zum Cup-Beginn mit einem jährlichen Aufwand von rund 20 Mill. Euro. Dass der Cup wie schon in diesem Jahr erneut in der spanischen Metropole ausgetragen wird, sorgt für finanzielle Entlastung. "Wir haben auf diese Entscheidung gehofft. Nachdem wir in Valencia viel investiert haben, sind wir froh, dass wir diese Ausgaben für den nächsten Cup nun sparen und auf die bereits vorhandenen Gegebenheiten zurückgreifen können", erklärte Scheeren.

Weitere Sponsoren im Gespräch

Neben dem offenbar bevorstehenden Vertragsabschluss mit dem bisherigen Geldgeber (United Internet) befindet sich der erste deutsche Teilnehmer in der 156-jährigen Veranstaltungsgeschichte in Gesprächen mit weiteren potenziellen Sponsoren. "Es ist unser Ziel, mit zwei Hauptsponsoren und weiteren kleineren Geldgebern ins Rennen zu gehen. Insgesamt brauchen wir für die Kampagne etwa 32 bis 40 Mill. Euro. Da nun Klarheit über Austragungsort und-zeit herrscht, werden die Gespräche einfacher", meinte Scheeren.

Der Hesse will sich für die Abgabe der Herausforderung von Titelverteidiger Alinghi (Schweiz) jedoch zeitlich nicht unter Druck setzen lassen. "Ich habe da keine Eile. Es ist schließlich noch genug Zeit", sagte Scheeren und bestritt, dass die Streitigkeiten zwischen Alinghi und dem US-Syndikat BMW-Oracle-Racing über das Protokoll des 33. Cups die deutsche Kampagne kippen könnten: "Ein solches Szenario sehe ich nicht."

Die Schweizer dürfen nach ihrem Cup-Gewinn Anfang des kommenden Jahres über alle relevanten Fragen der nächsten Auflage bestimmen, ließen ihren potenziellen Herausforderer allerdings zunächst über den künftigen Schauplatz und die Austragungszeit im Unklaren. Zudem beschlossen die Eidgenossen, den 33. Cup in einer anderen Bootsklasse auszutragen, ohne diese näher zu benennen. BMW Oracle zeigte sich nach diesem Versteckspiel erbost und strengte gegen Alinghis Yachtklub auch aufgrund weiterer vermeintlich unfairer Protokoll-Klauseln eine Klage beim Obersten Gerichtshof von New York an.

Genaues Regelwerk bis 31. Oktober

"Wir glauben, dass Alinghi die neue Bootsklasse bereits testet, während wir im Unklaren gelassen werden", echauffierte sich US-Syndikatsboss Larry Ellison. Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli weist die Vorwürfe allerdings zurück und will das genaue Regelwerk bis zum 31. Oktober in Absprache mit den bis dahin gemeldeten Herausforderern festlegen. Zuletzt versuchte sich sogar Valencias Bürgermeisterin Rita Barbera, deren Stadt 105 Mill. Euro für die Austragung des 33. Cups zahlt, als Vermittlerin.

Beim deutschen Team steht man auf der Seite der Amerikaner, sieht die nun erfolgte Entscheidung für Valencia allerdings als ersten Erfolg des ausgeübten Drucks. Kopfzerbrechen bereitet den Deutschen eher der noch unklare Rennmodus im Vorfeld des Cups. "Das sorgt natürlich für Unsicherheit. Vielleicht gibt es Ausscheidungsrennen vor Beginn der Herausforderer-Runde. Wenn man dann nicht mehr dabei wäre, wäre es natürlich schwierig", sagte Scheeren. Bisher ist nur bekannt, dass es 2008 zwei Vorregatten geben wird. Dabei treten die Teams noch in der alten Bootsklasse an.

Als Alinghi-Herausforderer stehen derzeit die spanische Desafio Espanol, das Team New Zealand, das südafrikanische Team Shosholoza und das neue britische Teamorigin fest.

© SID

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