Segeln America's Cup
Schümann: "Es ist Zeit, etwas Neues anzupacken"

Die Zukunft des scheidenden Alinghi-Sportdirektors Jochen Schümann ist noch völlig offen. Sicher ist allerdings, dass der Penzberger dem America's Cup erhalten bleibt.

Mit dem Ende des St. Moritz Match Race ist auch die Ära Schümann bei der Alinghi endgültig beendet. Der scheidende Sportdirektor wollte sich in der Heimat des Segel-Syndikats mit der Teilnahme an der zur World Match Racing Tour gehörenden Regatta verabschieden, eine hartnäckige Rückenverletzung hat dem Penzberger jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schümanns Zukunft ist derzeit noch offen, den alten und neuen AC-Champion verlässt der 53-Jährige jedoch nicht im Groll: "Die sieben Jahre mit Alinghi waren sehr, sehr gut, wir haben viel aufgebaut, wir hatten großen Erfolg zusammen, ich habe viel gelernt. Ich glaube, Alinghi hat auch viel von mir profitiert. Es war eine gute und rundum erfolgreiche Zeit. Den Tag wird es nicht geben, an dem ich etwas Schlechtes über Alinghi sage", erklärte Schümann im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung.

Trennung zum richtigen Zeitpunkt

Die Trennung nach immerhin zwei Cup-Erfolgen mit der Alinghi kam für Schümann zum richtigen Zeitpunkt. "Gerade wenn Erfolg da ist, gibt es neue Herausforderungen, mit den Wandlungen im America's Cup auch neue Chancen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, etwas Neues anzupacken." Wo Schümann das machen wird, steht noch nicht fest. Im Gespräch ist ein Engagement beim United Internet Team Germany oder bei BMW Oracle Racing, wohin es seinen alten Weggefährten Russell Coutts bereits verschlagen hat.

Beim zweiten AC-Triumph der Schweizer im Juli in Valencia gegen das Emirates Team New Zealand trug Schümann in seiner Funktion als Sportdirektor zwar in hohem Maße zum Erfolg bei, mitsegeln konnte der Penzberger jedoch nicht. "Am Schluss geht es darum, wer gewinnt. Wir haben gewonnen, also haben wir alles richtig gemacht. Da können Sie alle Leute an Land fragen, die wären alle gerne gesegelt."

Der derzeit erbittert geführte Kampf vor Gericht um das Protokoll des 33. America's Cup sorgt bei Schümann für Unverständnis. "Was Oracle da betreibt, ist für mich nicht zu verstehen. Vor dem letzten Cup hat vieles drei, vier Jahre gedauert, bis Lösungen gefunden waren. Jetzt beklagen sich die Amerikaner schon nach einem Monat, dass nicht alle Informationen auf dem Tisch liegen. Ich glaube, da wird sportlich nicht fair gespielt. Sie haben das Protokoll nicht unterschrieben. So wie ich das sehe, wollen die gar nicht segeln."

Der Penzberger würde mit Coutts "gerne noch einmal zusammenarbeiten, das wäre keine schlechte Veränderung. Das wäre eine Option, aber nicht unter diesen von Oracle erzwungenen Umständen." Auch wenn die Zukunft derzeit noch offen ist, steht eines fest. Schümann bleibt dem Cup erhalten: "Da habe ich viel gelernt, das ist der exklusive Höhepunkt unseres Sports. Warum soll man sich davon verabschieden, wenn man glaubt, da noch etwas beitragen zu können?"

© SID

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