Segeln America's Cup
Schümann geht beim Team Germany an Bord

Der dreimalige Segel-Olympiasieger Jochen Schümann wird das United Internet Team Germany beim America's Cup 2009 in Valencia als neuer Teamchef führen. "Für mich geht der große Traum in Erfüllung", sagte Schümann.

Paukenschlag beim United Internet Team Germany: Beim 33. America's Cup 2009 in Valencia wird die Mannschaft vom dreimaligen Segel-Olympiasieger Jochen Schümann als Teamchef geführt. Der 53-Jährige übernimmt die gesamte sportliche Leitung.

Zudem konnte Syndikats-Chef Michael Scheeren am Mittwoch in Starnberg einen zweiten Hauptsponsor präsentieren. Neben dem bisherigen Geldgeber United Internet ist künftig der Automobilkonzern Audi bei der zweiten deutschen Kampagne in der 156-jährigen Geschichte der Veranstaltung mit an Bord.

"Traum geht in Erfüllung"

"Für mich persönlich geht der große Traum in Erfüllung, für Deutschland beim America's Cup an den Start zu gehen", sagte Schümann, der den Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt bei den vergangenen beiden Auflagen mit der Schweizer Yacht Alinghi gewann: "Das ist ein Neuanfang mit einer hervorragenden Ausgangsposition für die deutsche Herausforderung. Wir wollen zu den Top-Teams gehören. Realistisch ist ein Platz unter den ersten Vier. Wir haben keine Ausreden mehr."

In den kommenden Wochen will der Penzberger, der als bester deutscher Segler gilt und bereits seit 1999 im Cup aktiv ist, eine schlagkräftige Crew zusammenstellen. "Wir haben die Kontakte, kennen unsere Pappenheimer und stehen in Verhandlungen. Es wird keine deutsche Quote an Bord geben. Wir werden die Leute nur nach ihren Kompetenzen verpflichten und Erfahrung ins Team holen", meinte Schümann: "Wenn wir im Oktober das erste Mal aufs Wasser gehen, wollen wir 15 Leute zusammenhaben." Ob er selbst eine aktive Rolle auf der Yacht übernehmen wird, ließ der 53-Jährige zunächst offen.

Kröger als Neuzugang im Gespräch

Als potenzieller Zugang gilt unter anderen der cuperfahrene Hamburger Tim Kröger, der zuletzt für das Team Shosholoza (Südafrika) segelte. Bisher hat das United Internet Team Germany Karol Jablonski als Skipper und Steuermann verpflichtet. Der Deutsch-Pole war mit der spanischen Desafio Espanol beim 32. Cup bis ins Halbfinale der Herausforderer-Runde vorgedrungen.

Auch Scheeren, der bekanntgab, dass das Budget des Teams die 50 Mill. Euro der vergangenen Cup-Auflage übersteigen werde, zeigte sich mit dem derzeitigen Stand der Kampagne höchst zufrieden: "Sportlich sind wir zu diesem frühen Zeitpunkt bereits bestens positioniert. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Zumal auch vom Titelverteidiger die Alinghi-Yacht SUI-91 zu Trainingszwecken gekauft wurde. Vor dem 32. Cup hatte man den Kauf von hochwertigem Material der Schweizer noch verpasst.

"Damit sind wir vom Start weg mit einem sehr schnellen Boot unterwegs. Der Faktor Zeit spielt beim America's Cup eine große Rolle. Wir haben ihn auf unserer Seite", sagte Jablonski im Hinblick auf die prestigeträchtige Regattaserie, die im kommenden Frühjahr mit den ersten Vorregatten (Acts) beginnt. Neben den Deutschen haben bisher das Team New Zealand, die Desafio Espanol, das Team Shosholoza und das britische Teamorigin Titelverteidiger Alinghi offiziell herausgefordert.

Klarheit über Reglement bis zum Jahresende

Der genaue Zeitplan und das Reglement sollen bis zum Jahresende verabschiedet werden. Bereits am 31. Oktober wird die neue Bootsklasse feststehen. Nach den Verzögerungen beim Bau der Yacht für den 32. Cup wird nun der neue Technologie-Partner Porsche Consulting für die Abläufe rund um die Errichtung des neuen deutschen Bootes verantwortlich sein. Das Unternehmen übernimmt die Koordination aller am Bau beteiligten Unternehmen vom Designer, über Lieferanten bis zum Bootsbauer. Ein technischer Koordinator wird in den kommenden Wochen benannt.

Durch die hochkarätigen Neuverpflichtungen, den erweiterten Sponsorenpool und die Umstrukturierung bei zahlreichen Abläufen soll die zweite deutsche Cup-Teilnahme nicht zu einem ähnlichen Debakel wie beim Debüt in diesem Jahr werden. Unter dem glücklosen Skipper Jesper Bank hatte es für das Team Germany nur zu zwei Siegen und dem vorletzten Platz in der Herausforderer-Runde gereicht.

© SID

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