_

Segeln International: Leichtmatrose Laura macht die Leinen los

Mit einjähriger Verspätung hat die Niederländerin Laura Dekker ihre umstrittene Weltumseglung gestartet. Am Ende ihres Rekordversuchs will die 14-Jährige im Guinness Buch stehen.

Segelt einmal um die Welt: Laura Dekker. Foto: SID Images/AFP/ Quelle: SID
Segelt einmal um die Welt: Laura Dekker. Foto: SID Images/AFP/ Quelle: SID

Leichtmatrose Laura macht die Leinen los. Nach einem Gerichts-Marathon und Streit ums Sorgerecht war es endlich soweit: Mit einjähriger Verspätung ist die erst 14 Jahre alte Niederländerin Laura Dekker am Samstag zu ihrer spektakulären Weltumseglung in See gestochen.

Anzeige

Voraussichtlich zwei Jahre bleibt Laura allein auf hoher See. Am Ende ihrer Mission will sie im Guinness Buch der Rekorde stehen und Jessica Watson (Australien) als jüngste Solo-Weltumseglerin abgelöst haben.

Nach Angaben ihrer Agentin startete Dekker von Gibraltar aus. Zuvor hatte es ein großes Rätselraten um den Startort gegeben. Zunächst hieß es, sie nehme die Tour vom portugiesischen Hafen Portimao aus in Angriff. In Portugal sei das Hochseesegeln für Minderjährige ohne Begleitung aber verboten, Dekker habe wohl nur dem Medienrummel aus dem Weg gehen wollen, so niederländische Medien.

Fernstudium per Laptop

Mit ihrem 11,50 Meter langen Zweimaster "Guppy" will die 14-Jährige zunächst Richtung Kanarische Inseln segeln. Dort wird sie die Orkansaison abwarten, um den Atlantischen Ozean Richtung Panamakanal zu überqueren.

Der Zweimaster "Guppy" ist 33 Jahre alt und wurde für die Tour komplett renoviert. Laura Dekker bereitete sich intensiv auf ihre Solotour vor. Sie kann die Masten bis an die Spitzen nach oben klettern, und sie absolvierte ein Überlebenstraining. Von der Schulpflicht wurde sie nicht befreit. Sie folgt per Laptop einem Fernstudium und hat die entsprechenden Bücher an Bord.

Laura Dekker war gemeinsam mit ihrem Vater von den Niederlanden aus zunächst nach Portugal gesegelt, um noch elektronische Geräte zu testen. Danach setzte sie ihre vermutlich zwei Jahre dauernde Reise alleine fort.

Verhandlungen über TV-Vertrag gescheitert

Verhandlungen ihres Managements über eine exklusive TV-Übertragung der Weltreise sind bisher gescheitert. Trotzdem gibt Laura Dekker nach Angaben des Managements vorläufig keine Interviews mehr. Zwei niederländische Unternehmen haben sich die Rechte für die Abfahrt gesichert.

Erst nach einer Einigung sollen dann auf den Kanarischen Inseln Bordkameras installiert werden. Bis dahin wird Laura Dekker nur mit Handkameras von ihrer Reise berichten. Für die Tageszeitung AD wird sie einmal wöchentlich eine Kolumne schreiben.

Die junge Seglerin wollte ursprünglich bereits im vergangenen Jahr mit ihrer Solotour beginnen. Doch ein Familienrichter hatte ihren geschiedenen Eltern für ein Jahr das Sorgerecht entzogen.

"Besser als eine tote Tochter"

Die Mutter hat sich nur einmal in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet. In der Volkskrant lehnte sie die Welttour ihrer Tochter ab. "Das ist eine Idee, die ihr ihr Vater eingeredet hat. Laura kann zwar segeln wie ein Teufel. Die Tour bleibt aber lebensgefährlich", sagte Babs Müller. Laura Dekker sagte daraufhin, dass sie ihre Mutter nie mehr wiedersehen wolle. "Damit kann ich leben. Es ist besser als eine tote Tochter", so die Mutter.

Um Jessica Watson als jüngste Solo-Weltumseglerin abzulösen, müsste Laura Dekker spätestens am 16. September 2012, vier Tage vor ihrem 17. Geburtstag, ihre Reise über mehr als 20 000 Seemeilen beendet haben. Den Rekord hält Watson, die am 15. Mai dieses Jahres, drei Tage vor ihrem 17. Geburtstag, ihre Weltumseglung nach 210 Tagen und 23 000 Seemeilen in Sydney beendet hatte.

© SID

  • Die aktuellen Top-Themen
Formel 1 in Monte Carlo: Sechster Sieger im sechsten Rennen

Sechster Sieger im sechsten Rennen

Nico Rosberg ist bei seinem „Heim-Grand-Prix“ Zweiter geworden - knapp hinter Red-Bull-Pilot Webber. Sebastian Vettel fährt weit nach vorne, muss aber um die Punkte bangen. Für „Schumi“ war erneut vorzeitig Schluss.

Fußball Italien: Kloses Teamkollege Mauri verhaftet

Kloses Teamkollege Mauri verhaftet

Der italienische Fußball-Profi Stefano Mauri, Teamkollege des deutschen Nationalstürmers Miroslav Klose bei Lazio Rom, ist am Montag verhaftet worden.

Fußball EM: Razzia im italienischen EM-Trainingslager

Razzia im italienischen EM-Trainingslager

Der italienische Wettskandal hat die Nationalmannschaft erreicht. Bei einer Razzia im Trainingslager der Italiener durchsuchte die Polizei das Zimmer von Domenico Criscito.

  • Video

Hockey-Damen Deutschlands große Medaillenhoffnung

2007 holten die deutschen Hockey-Damen in Athen Gold - danach begann ein gradueller Abstieg. Doch bei den den Olympischen Spielen in London wollen sie den Fluch brechen und endlich wieder aufs Siegertreppchen.