Sensation in der Kombination: Vom Vorläufer zum Olympiasieger

Sensation in der Kombination
Vom Vorläufer zum Olympiasieger

War er vor vier Jahren in Salt Lake City noch der Vorläufer von Bode Miller in Salt Lake City, überraschte Ted Ligety alle Favoriten in der Alpine Kombination von Sestriere.

HB TURIN. Ein Einfädler von Superstar Bode Miller und ein Ausrutscher von Weltmeister Benjamin Raich haben Ted Ligety sensationell die Goldmedaille in der alpinen Kombination beschert. Nachdem sein Vorbild Miller disqualifiziert wurde, fuhr der US-Boy mit zwei überragenden Slalom-Läufen zum Olympiasieg.

Während die USA bei der Kür des besten alpinen Allrounders am Dienstagabend in Sestriere einen Joker hatten, wartet die Ski-Nation Österreich bei den Winterspielen von Turin weiter auf den ersten Sieg. Ligety setzte sich in 3:09,35 Minuten vor den ebenfalls überraschend auf dem Podium stehenden Ivica Kostelic aus Kroatien und dem Österreicher Rainer Schönfelder durch. "Ich kann es einfach nicht glauben. Es ist schwer zu sagen, was hier passiert ist. Ich habe alles gegeben, was ich hatte", sagte der 21-jährige Ligety, der im Weltcup noch nie in die Wertung einer Kombination oder Abfahrt gekommen war und sich auch am Dienstag zunächst als Abfahrts-32. weit hinter den besten eingereiht hatte, dann aber zum wilden Slalom-Ritt ansetzte.

Topfavorit Raich vergab seine Führung nach dem ersten Slalom- Durchgang und schied auf dem Weg zum erträumten Gold aus. "Das ist Skifahren. So was kann immer passieren. Heute wollte ich Gas geben, und dann kam der Einfädler", sagte Raich. Ligety nutzte bei seinem ersten Olympia-Rennen die Gunst der Stunde. Vor vier Jahren war er in Salt Lake City noch als Vorläufer gestartet. Miller hatte dort Silber gewonnen, doch diesmal war der Superstar einer der vielen großen Pechvögel des Tages. Mit einem scheinbar komfortablen Vorsprung nach der Abfahrt, schied er nach einem Torfehler im ersten Slalom-Durchgang aus.

"Wenigstens muss ich nicht nach Turin fahren", nahm der Amerikaner die Entscheidung mit dem ihm eigenen Humor. "Ich habe nichts bemerkt", sagte er zur fast unentdeckt gebliebenen Szene. Auf einen Protest wollte der Ski-Rebell aber verzichten. "Ich war sehr gut in der Abfahrt und bin auch im Slalom runtergekommen. Es freut mich, dass ich über eine Sekunde Vorsprung auf den Spitzenreiter hatte." Geschockt war Miller, als sein Name plötzlich von der Anzeigetafel verschwand. Der Doppel-Weltmeister hatte sich nach der Enttäuschung in der Spezial-Abfahrt mit Platz fünf eindruckvoll zurückgemeldet. Nach einer wilden Fahrt über die "Kandahar Banchetta" lag der Gesamtweltcup-Sieger 0,32 Sekunden vor Mitfavorit Didier Defago aus der Schweiz. Doch im anschließenden Slalom, der ersten alpinen Entscheidung der Olympia-Geschichte unter Flutlicht meldeten sich die Favoriten gleich reihenweise ab.

Neben Raich und Miller scheiterten auch die Norweger Lasse Kjus und Vize-Weltmeister Aksel Lund Svindal. Ihr Landsmann Kjetil-Andre Aamodt, der Kombinations-Olympiasieger von 2002, konnte wegen einer Verletzung erst gar nicht starten. Auch Defago, zweiter nach der Abfahrt, fand nicht den richtigen Weg durch den Stangenwald. "Das ist Pech. Ich bin enttäuscht", sagte er. Schon Mitte Dezember war er als Sieger im Weltcup wegen einer zu hohen Bindungsplatte disqualifiziert worden.

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