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Serbiens Coach Obradovic schmeißt die Brocken hin

Nach dem Aus für Top-Favorit Serbien und Montenegro bei der EM im eigenen Land hat Trainer Zelimir Obradovic seinen Rücktritt erklärt. "Die Mannschaft hat mich vollständig im Stich gelassen", so der 45-Jährige.

Trainer Zelimir Obradovic hat am Tag nach der Schlappe von Top-Favorit Serbien und Montenegro bei der Europameisterschaft im eigenen Land das Handtuch geworfen. Der 45-Jährige fühlt sich von der Mannschaft der einstigen Basketball-Supermacht im Stich gelassen. Nur unter Polizeischutz hatten die Spieler des Gastgeberteams am Dienstag nach dem blamablen 71:74 gegen Frankreich die Halle in Novi Sad verlassen können.

Als "Schande" und "Katastrophe" wurde die Pleite betitelt, mit der die Nachfolger der ehemaligen jugoslawischen Seriensieger nicht nur den Einzug ins EM-Viertelfinale, sondern auch die direkte Qualifikation für die WM Ende August 2006 in Japan verspielt und damit keine Möglichkeit haben, dort ihren Titel zu verteidigen. Dabei wird die Schuld für das Versagen eindeutig den Spielern angelastet.

"Lange Partynächte nicht hilfreich"

"Die Mannschaft hat mich vollständig im Stich gelassen. Sie hat sich hängen lassen und auch das ganze Land. Durch ihren Egoismus hat eine Gruppe von Individualisten es nicht geschafft, das zu zeigen, wozu sie in der Lage sind", sagte Obradovic, der seinen "Versagern" auch auf privater Ebene völlige Disziplinlosigkeit vorwirft: "Die langen Partynächte bis zum frühen Morgen waren sicherlich nicht hilfreich."

Hart gehen die heimischen Medien mit dem Nachfolgeteam des fünfmaligen Welt- und achtmaligen Europameisters ins Gericht. "Der Basketball in unserem Land ist tot", schreibt die Tageszeitung Kurir nach dem Desaster des Teams. Seit dem Gewinn des WM-Titels 2002 unter Trainer Svetislav Pesic in Indianapolis, damals noch unter dem Namen Jugoslawien, haben die Balkan-Ballkünstler keine Medaille bei Titelkämpfen mehr gewonnen.

Hoffnung auf Wildcard

Die Riesenenttäuschung spiegelt sich vor allem in der Aufmachung der Zeitung Ekipa wider. "Auf Wiedersehen Land des Basketballs", heißt es schwarz umrandet auf Seite 1 des Blattes, das vor allem die verpasste WM-Qualifikation als Schmach empfindet. Da sich nur die sechs erstplatzierten EM-Teams für die WM in Japan qualifizieren, bleibt dem Titelverteidiger nur die Hoffnung auf eine Wildcard.

© SID

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