Severin Freund
Vom Skispringer zum Schanzenkönig

Nach dem Doppelerfolg in Oslo steht Severin Freund dicht vor dem Gewinn des Gesamtweltcups. Und das als erster Deutscher seit 15 Jahren. Die erste Möglichkeit dazu bietet sich dem Skisprung-Weltmeister heute.
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Oslo/KölnDer erhoffte Besuch in der Königsloge fiel aus, doch das konnte Überflieger Severin Freund nach seinem spektakulären Doppelschlag am legendären Holmenkollen locker verschmerzen. Mit dem neunten Sieg in diesem Winter und dem insgesamt 18. Weltcup-Triumph seiner Karriere ist Deutschlands Top-Skispringer seiner Krönung zum Schanzen-König der Saison ganz nahe gekommen. „Ich habe keine Ahnung, warum es derzeit so gut läuft. Aber noch ist nichts entschieden. Jetzt heißt es: Mit Vollgas nach Planica“, sagte Freund nach dem vierten Sieg in Serie.

Dabei gab Freund die Devise für das Weltcup-Finale der Skispringer am kommenden Wochenende in Planica vor: „Da kann man nur angreifen. Beim Skifliegen kann man nicht verhalten springen oder abwarten.“ Schon am Freitag kann der Weltmeister von der Großschanze in Slowenien seinen Traum von der großen Kristallkugel verwirklichen und damit in die Fußstapfen von Jens Weißflog und Martin Schmitt treten.

Die Ausgangslage vor dem Showdown im „Tal der Schanzen“ ist glänzend: Mit seinen beiden Erfolgen in Oslo hat sich Freund die Führung im Gesamtweltcup erkämpft. 1643 Punkte hat der Mannschafts-Olympiasieger auf dem Konto.

Damit liegt er klar vor Peter Prevc (Slowenien/1549) und dem österreichischen Tournee-Sieger Stefan Kraft (1468). Von einer Vorentscheidung wollte der Mann der Stunde aber nichts wissen. „Es ist gigantisch, was hier abläuft“, schwärmte Bundestrainer Werner Schuster. „Severin hat wieder fantastische Wettkämpfe gemacht und zur richtigen Zeit die besten Sprünge gezeigt.“

„Die letzten vier Springen hat das sehr dominant ausgesehen“, gab Freund zwar zu, eigentlich habe es „sich aber gar nicht so angefühlt. Man muss um jeden Sieg sehr hart kämpfen.“ Gerade am Saisonende könne es sehr schnell gehen, „dass man die Spannung verliert“, sagte er. Bis Freitag wollte sich Freund deshalb „ein wenig erholen und und zugleich versuchen, den Punch in den Beinen zu erhalten“.

In der Höhle des Löwen kann Freund als dritter DSV-Adler nach Jens Weißflog (1983/84) und Martin Schmitt (1998/99, 1999/2000) die Große Kristallkugel gewinnen. „Das Ergebnis motiviert mich natürlich. Jetzt heißt es weitermachen. Der Gesamt-Weltcup ist das Größte, was man gewinnen kann“, sagte er vor dem Saisonfinale im slowenischen Planica.

In Oslo war der Weltmeister erneut eine Klasse für sich. Mit 132 und 128 Metern verwies er am Sonntag den 42 Jahre alten Japaner Noriaki Kasai auf Rang zwei. Prevc sprang im Finale vom 17. auf den dritten Platz vor, den er sich mit Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen teilte.

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„Zeit, dass ein Deutscher gewinnt“

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