Showdown im Handball-„Wintermärchen“: Das Spiel des Lebens

Showdown im Handball-„Wintermärchen“
Das Spiel des Lebens

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft will die WM im eigenen Land heute mit einem Happy-End abschließen und das "Wintermärchen" mit dem Titelgewinn krönen. "Es ist das wichtigste Spiel unseres Lebens. Wir müssen von Anfang an Vollgas geben und werden niemanden unterschätzen", erklärte Rückraumspieler Pascal Hens vor dem Finale heute in Köln gegen den EM-Zehnten Polen (16.30 Uhr/live in der ARD). Das siebte WM-Endspiel mit deutscher Beteiligung seit 1938 steht dabei unter besonderen Vorzeichen - und das in vielfacher Hinsicht.

KÖLN. Ausgerechnet gegen die vom Magdeburger Bundesliga-Coach Bogdan Wenta trainierten Polen hat der Gastgeber in der Vorrunde seine bislang einzige Turnier-Niederlage (25:27) kassiert. "Wir haben noch eine Rechnung offen. Die wollen wir begleichen und den letzten Schritt zum WM-Titel machen", kündigte Rechtsaußen Florian Kehrmann voller Zuversicht an.

Der mittlerweile zum Edel-Fan avancierte Bundespräsident Horst Köhler und 19 000 Zuschauer im seit Monaten ausverkauften Tollhaus Kölnarena sollen im zehnten Spiel binnen 17 Tagen erneut der Garant für eine letzte Energieleistung des Ex-Europameisters sein. "Wir werden noch einmal über uns hinauswachsen müssen", meinte Linksaußen Dominik Klein mit Blick auf den möglichen dritten WM-Titel einer deutschen Auswahl nach 1938 und 1978 und verriet: "Wir haben immer im Hinterkopf, dass wir uns unvergesslich machen können."

Mögliches "Double" für Brand

Vor allen Dingen Bundestrainer Heiner Brand könnte mit einem Sieg am Sonntag in die Handball-Historie eingehen. 29 Jahre nach dem WM-Triumph als Spieler würde der Gummersbacher als Erster in seinem Sport das "Double" holen - und das nur wenige Kilometer von seiner Heimat entfernt und vor den Augen seiner gesamten Familie.

Doch Brand lässt das noch kalt. "Das ist so weit weg, da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", behauptete die "Lichtgestalt", die es seinem fußballerischen Idol Franz Beckenbauer gleichtun könnte. Erst der Titel als Spieler, dann als Trainer. "Natürlich wäre es wunderschön, wenn wir es schaffen", meinte Brand.

Brands Schnauzer in höchster Gefahr

Dann würde sich der 131-malige Nationalspieler wie bereits beim EM-Sieg 2004 auch wieder seinen markanten Schnauzer abrasieren lassen. Ein Sponsor hatte dafür 5 000 Euro geboten, die Brand an den Handball-Nachwuchs weitergeben will. Durch den "Heimsieg" würde sich die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) zudem direkt für die Olympischen Spiele 2008 in Peking sowie die nächste WM 2009 in Kroatien qualifizieren.

Seite 1:

Das Spiel des Lebens

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%