Sieg im WM-Finale gegen Polen: Deutschland macht Handball-Märchen wahr

Sieg im WM-Finale gegen Polen
Deutschland macht Handball-Märchen wahr

Die deutschen Handballer haben das "Wintermärchen" mit dem Titel gekrönt und hat sich mit einem beherzten Auftritt zum dritten Mal nach 1938 und 1978 den Weltmeistertitel gesichert. Durch den 29:24 (17:13)-Sieg gegen Polen im Endspiel ihrer Heim-WM feierte die "neue Generation" einen Sensationserfolg und trat damit aus dem langen Schatten der Weltmeister-Mannschaft von 1978und ein halbes Jahr nach der Fußball-Nationalmannschaft wieder ein ganzes Land in Freudentaumel gestürzt.

HB KÖLN. Neben dem bis zu seiner Verletzung überragenden Torwart Henning Fritz der Hamburger Torsten Jansen mit acht Treffern maßgeblichen Anteil am Erfolg. Zugleich qualifizierte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit der gelungenen Revanche für die 25:27-Vorrundenniederlage als erste Mannschaft direkt für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Vor drei Wochen habe ich es für unmöglich gehalten, was jetzt passiert ist", sagte der sichtlich mitgenommene Bundestrainer Heiner Brand, der vor 29 Jahren beim letzten deutschen WM-Gewinn als Spieler dabei war. Bei der Siegerehrung durch Bundespräsident Horst Köhler traten die deutschen Spieler zu Ehren ihres Trainers mit aufgeklebten Brand-Bärten und goldene Papierkronen auf dem Kopf an. Es war der Auftakt zu einer Party bis spät in die Nacht, in deren Mittelpunkt ein Empfang im Kölner Rathaus auf dem Programm stand.

Unter Champagner-Fontänen hob Kapitän Markus Baur die 30 Kilogramm schwere Trophäe in die Höhe. "Das ist ein Traum, einfach unglaublich. Wir haben das Ding. Es ist wurstegal, wie das Spiel war", sagte Baur. "Weltmeister im eigenen Land, was Größeres gibt es nicht. Vor zwei Wochen war ich noch im Urlaub", meinte der 37 Jahre alte Christian Schwarzer, der erst während des Turniers zum Team geholt wurde.

19 000 entfesselte Zuschauer in der ausverkauften Kölnarena und tausende Fans beim Public Viewing in ganz Deutschland zelebrierten eine Handball- Party nie gekannten Ausmaßes. Mittendrin tanzte Bundestrainer Brand, der als "Handball-Kaiser" wie Franz Beckenbauer den WM-Titel als Spieler und Trainer gewonnen hat. "Die Fußball-WM war ein Sommermärchen, das ist nun ein Wintermärchen", sagte Beckenbauer anerkennend. Belohnt wurde die deutsche Mannschaft mit 100 000 $ (rund 77 200 Euro) Preisgeld, das unter den Spielern aufgeteilt werden soll. An die Polen zahlte der Weltverband IHF für den zweiten Platz 60 000 Dollar.

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