sonstige Sportarten
"Silberpfeile" retten den WM-Auftakt

Die 4x100-m-Freistilstaffel der Damen hat den tristen Auftakttag der Schwimm-WM in Montreal für den DSV erhellt. Antje Buschschulte, Petra Dallmann, Annika Liebs und Daniela Götz sorgten mit Silber für strahlende Mienen.

Nach den enttäuschenden Leistungen der Einzelstarter hat die 4x100-m-Freistilstaffel der Damen den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) zum Auftakt vor einem kompletten Fehlstart bei den Weltmeisterschaften in Montreal bewahrt. Antje Buschschulte, Petra Dallmann, Annika Liebs und Daniela Götz holten die Silbermedaille und erhellten damit auch die zuvor getrübte Miene von DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann. Nachdem die "Silberpfeile" an einem düsteren ersten WM-Tag doch noch für ein Happy End gesorgt hatten, war die Welt bei den deutschen Schwimmern wieder halbwegs in Ordnung.

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen"

"Sie haben ein Zeichen gesetzt, dass es geht. Dieser zweite Platz hat eine befreiende Wirkung für die gesamte Mannschaft. Die Staffel am ersten Tag gilt immer als ein besonderes Omen", erklärte Beckmann mit schwarz-rot-gold angemalten Wangen und gab offen zu: "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen."

Das Silber-Quartett konnte sich ein paar Meter weiter vor Freude kaum noch einkriegen. "Super, unglaublich", sagte die erfolgverwöhnte Antje Buschschulte (Magdeburg) immer wieder völlig ausgelassen: "Ich hoffe, dieses Rennen gibt mir den nötigen Schwung für meinen Start über 100m Rücken."

Liebs und Götz überzeugen

Ein Sonderlob gab es vor allem für Annika Liebs und Daniela Götz. Die Würzburgerin Liebs hatte nach Rang vier bei Olympia in Athen den Platz von Franziska van Almsick eingenommen und ersetzte den zurückgetretenen Superstar bravourös.

Die erst 17 Jahre alte Götz verteidigte Silber gegen die drittplatzierten US-Amerikanerinnen mit Nervenstärke und eiserner Kampfkraft um neun Hundertstel. "Ich habe am Ende nur noch versucht, durchzuhalten", meinte die Erlangerin völlig erschöpft.

Auch Startschwimmerin Dallmann hofft auf eine Signalwirkung für das gesamte Team des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). "Wir haben ja gezeigt, was im positiven Sinn alles passieren kann", sagte die Heidelbergerin und sprach den Mannschaftskollegen Mut zu. Das war nach dem ersten Tag auch nötig. Denn alle fünf Einzelstarter waren zuvor baden gegangen und hatten den Sprung ins Finale verpasst.

Gescheiterter Rupprath selbstkritisch

Vor allem Sprint-Ass Thomas Rupprath enttäuschte im Halbfinale über 50m Schmetterling beim Weltrekord von Staffel-Olympiasieger Roland Schoeman (Südafrika/23,01) als Zwölfter in 24,04 Sekunden. "Eine halbe Sekunde über Bestzeit ist indiskutabel, oder anders gesagt: komplett Scheiße", meinte der 28-Jährige selbstkritisch.

In der Zeit seines deutschen Rekordes wäre Rupprath als Vierter locker in den Endlauf eingezogen. Da konnte den Hannoveraner auch ein aufmunternder Schulterklopfer von DSV-Präsidentin Christa Thiel nicht trösten.

Rupprath war zumindest in prominenter Gesellschaft. Mit dem Vorlauf-Aus als 18. über 400m Freistil hatte US-Superstar Michael Phelps für die erste faustdicke Überraschung bei den Titelkämpfen gesorgt und dem Australier Grant Hackett im Finale die Nachfolge des pausierenden Landsmanns Ian Thorpe kampflos überlassen.

Beckmann zog trotz der zum Teil ernüchternden Vorstellungen in den Einzeln ein positives erstes Fazit. "Das Aus von Rupprath war sicherlich eine persönliche Enttäuschung, hat aber keine negative Auswirkung auf die Mannschaft", erklärte der 58-Jährige: "Letztlich war es ein guter erster Tag."

Keine persönliche Genugtuung für Beckmann

Von einer persönlichen Genugtuung nach den Querelen im Vorfeld und der Suspendierung von Stev Theloke wollte Beckmann aber nichts wissen: "Der Erfolg der Staffel war wichtig für die Mannschaft, nicht für mich persönlich."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%