sonstige Sportarten
Situation in der DEL ruft Iihf auf den Plan

Der Chef des Eishockey-Weltverbandes hat Tacheles geredet: Rene Fasel droht der Deutschen Eishockey-Liga mit Konsequenzen, falls kein neuer Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Eishockey-Bund zustande kommen sollte.

Der Chef des Eishockey-Weltverbands Iihf, Rene Fasel, hat sich in den schwelenden Disput zwischen Deutscher Eishockey-Liga (DEL) und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) eingeschaltet. Der Schweizer droht der DEL nun mit ernsthaften Konsequenzen. Fasel sagte dem Fachmagazin Eishockey News: "Ich habe das Theater in Deutschland allmählich satt. Sollten sich der DEB und die DEL nicht einigen können, werden wir die DEL zur wilden Liga erklären." Hintergrund ist der im Juni 2006 auslaufende Kooperationsvertrag zwischen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB).

"Die haben die besten Stadien in Europa, die besten Fans und das größte Potenzial. Ich kann diese ständigen Probleme nicht mehr verstehen. Irgendwie muss man da bekloppt sein", sagte Fasel.

Der Schweizer stützt seine Kritik auf die Tatsache, dass bereits ein Jahr vor Ablauf des Kooperationsvertrages Reibungspunkte in der Öffentlichkeit diskutiert werden. So hat die DEL angekündigt, keine sportlichen Aufsteiger mehr in ihren 14er-Kreis zuzulassen. Die Zweitligisten reagierten verschreckt und suchen Mitte Juli bereits das Gespräch mit den DEL-Gesellschaftern, um eine andere Lösung zu finden.

DEB würde erster Ansprechpartner für Iihf bleiben

Fasel befürchtet offenbar, dass angesichts der Auf- und Abstiegsproblematik der neue Kooperationsvertrag nicht zustande kommen könnte. In diesem Fall sähe der Schweizer weiterhin den DEB als ersten Ansprechpartner für den Weltverband Iihf, der dann die DEL trotz aller Konsequenzen ächten würde. Denn bei einem Ausschluss der Profiliga würden starke Werbepartner in Deutschland und ein Zugpferd des europäischen Eishockeys als Wirtschaftsfaktor wegbrechen.

Die DEL geht gelassen mit Fasels Drohung um. "Ich messe den Aussagen keine übersteuerte Bedeutung bei. Die DEL ist eine starke Marke, die sich weiterentwickelt. Dass Fasel als Chef des Weltverbandes für den DEB Partei ergreift, dafür habe ich sogar Verständnis", sagte Ligensprecher Andreas Ulrich.

DEB hat kein Interesse an einer Spaltung

Doch auch der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat keineswegs Interesse an einer Spaltung. Ohnehin hält Generalsekretär Franz Reindl die Diskussion über das von Fasel "an die Wand gemalte Horrorszenario" einer wilden Liga für verfrüht. "Noch läuft der Vertrag. Aus heutiger Sicht sehe ich die Probleme nicht", sagte Reindl. Grundsätzlich, so der frühere Verteidiger, sei die Kooperation mit der DEL aber unvermeidbar.

Die Auf- und Abstiegsfrage sei dabei nur einer von vielen Punkten. Geregelt werden müssen durch den Vertrag außerdem alle organisatorischen Fragen rund um die Nationalmannschaft, die unter dem Dach des DEB, nicht der Liga spielt. Demnach müssen Termine abgestimmt und die Abstellung von Profis für Länderspiele geregelt werden. Auch die Ausbildung von Trainern und Nachwuchs sowie Fragen rund um das Schiedsrichterwesen werden durch die Kooperation behandelt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%