Skandal-Schiri bittet um Entschuldigung: Hoyzer wurde von der Fußball-Wettmafia nicht bedroht

Skandal-Schiri bittet um Entschuldigung
Hoyzer wurde von der Fußball-Wettmafia nicht bedroht

Der in den Fußball-Wettbetrug verwickelte Schiedsrichter Robert Hoyzer ist nach eigenen Angaben von der Wettmafia nicht bedroht worden. Er habe sich aber unter Druck gesetzt gefühlt, als Spiele nicht wie geplant gelaufen seien.

HB BERLIN. "Drohungen, verbal oder körperlich, gab es nicht. Aber ich habe mich genötigt und gedrängt gefühlt", sagte der 25-jährige in der ZDF-Sendung Johannes B. Kerner, die am Dienstagabend ausgestrahlt wurde. Nicht äußern wollte sich Hoyzer zu anderen beschuldigten Schiedsrichtern wie etwa Jürgen Jansen und zu eventuell Beteiligten aus dem Ausland. Dies seien Fragen zu einem schwebenden Verfahren und damit Sache der Staatsanwaltschaft. All sein Wissen darüber habe er an die Staatsanwaltschaft und den Deutschen Fußball-Bund weitergegeben. Hoyzer hat nach früheren Angaben mehrere Spiele manipuliert und dafür von einer kroatischen Wettmafia Geld erhalten. Nach seinen Angaben sollen auch zahlreiche andere Spieler und Schiedsrichter in Manipulationen verwickelt sein. Die in dem Zusammenhang in der Öffentlichkeit genannten Sportler haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Beim DFB liegen zahlreiche Anträge auf Spiel-Wiederholungen vor.

Im einem Spiel seien ihm 8000 Euro geboten und Geld darauf gesetzt worden, dass die Heim-Mannschaft schon zur Halbzeit führe, sagte Hoyzer. Er habe dann auch entsprechend einen Elfmeter verhängen wollen. Die Schiedsrichterassistentin habe aber eingegriffen und das Spiel sei unentschieden in die Pause gegangen. Deshalb habe man das Geld von ihm zurückgefordert. "Die waren sauer. Die haben mir Vorhaltungen gemacht, wenn ich mich darauf einlassen würde, muss das auch klappen." Das könne man für das Geld verlangen, und beim nächsten Spiel müsse das besser werden. Er selbst habe dann eine neue Chance gefordert. "Ich wollte nicht als der Verlierer dastehen." Nun schäme er sich.

Er habe sich beeindrucken lassen von dem vielen Geld, dass mit Wetten verdient werden konnte und auch von den teuren Autos, die vor einem bekannten Wettcafe in Berlin gestanden hätten. "Geldgier war es auf jeden Fall", sagte Hoyzer zu seinen Motiven. Er habe dann völlig aus den Augen verloren, welchen Schaden er anrichte. "Ich habe das nicht mehr gesehen. Ich habe nur daran gedacht: Kann man da was machen oder nicht. Ich habe die Aufgabe nur darin gesehen: Ist was möglich? Und inwiefern kann man es beeinflussen, um möglichst viel Geld herauszuholen."

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