Skeleton WM
Grassl hat zur Halbzeit WM-Gold noch im Blick

Florian Grassl aus Königssee greift bei der Skeleton-WM in Altenberg nach Edelmetall. Nach zwei Durchgängen liegt der 27-Jährige auf Rang zwei. Auch Gold ist noch in Reichweite.

Florian Grassl hat einen nahezu perfekten Start in die Skeleton-WM in Altenberg erwischt und darf sogar von Gold träumen. Der Vize-Weltmeister von 2004 aus Königssee ist zur Halbzeit nach zwei von vier Läufen mit insgesamt 0,20 Sekunden Rückstand auf den Briten Kristan Bromley Zweiter. Der Kanadier Jon Montgomery war als Dritter 0,57 Sekunden langsamer als der Spitzenreiter, zwei weitere Hundertstelsekunden dahinter folgt Frank Rommel (Zella-Mehlis).

"Ich werde nicht nervös. Es geht jetzt volle Attacke nach vorn", kündigte Grassl an: "Vorsichtsfahrten gibt es nicht." Den letzten deutschen Titelgewinn gab es im Jahr 2000 durch den Oberhofer Andy Böhme, seit der Heim-WM in Königssee vor vier Jahren blieben die deutschen "Bäuchlingsrodler" komplett ohne Medaille.

Haupt nur auf Platz zehn

Auch Rommel (Zella-Mehlis) will "angreifen". Er sei gut vorbereitet und habe bereits zwei ordentliche Läufe gezeigt. Grassl war zufrieden, sah im zweiten Lauf am Start noch Reserven: "Da bin ich zu kurz gelaufen." Der EM-Zweite Sebastian Haupt (Winterberg) enttäuschte als Zehnter, war total sauer und verweigerte jeden Kommentar. Der Österreicher Matthias Guggenberger erlitt im zweiten Lauf eine Muskelverletzung, als er gegen die Bande fuhr.

Der dreimalige Europameister Bromley gewann bisher noch keine WM-Plakette. Nun steht der Olympiafünfte vor dem größten Erfolg seiner Laufbahn. "Das wäre ein Traum", sagte der 35-Jährige.

Titelverteidiger Gregor Stähli bestritt in diesem Winter keine Rennen, der fast 40-jährige Schweizer will in der kommenden Saison mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver zurückkehren. Die beiden restlichen Durchgänge finden am Freitag (14.00 Uhr) statt.

Der 27-jährige Grassl erwischte einen glänzenden Auftakt. Der Pilot vom WSV Königssee lag im ersten Durchgang sogar nur zwei Hundertstelsekunden hinter Bromley, der EM-Zweite Haupt büßte bereits da zum Bronzeplatz gleich sechs Zehntelsekunden ein.

Deutsche Frauen mit Chancen

Bei den Frauen gehören Europameisterin Anja Huber (Berchtesgaden), Kerstin Jürgens (Winterberg) und Marion Trott (Oberhof) am Freitag (9.00 Uhr) und Samstag (14.00 Uhr) zu den Medaillenkandidatinnen. Cheftrainer Raimund Bethge gab einen Podestplatz als Ziel aus.

Olympiasiegerin Maya Pedersen (Schweiz) und Titelverteidigerin Noelle Pikus-Pace (USA) haben beide Nachwuchs erhalten und eine Pause eingelegt. Das Comeback von Lokalmatadorin Diana Sartor, Weltmeisterin 2004, misslang. Die 37-Jährige konnte im Januar bei der deutschen Meisterschaft auf ihrer Hausbahn kein WM-Ticket sichern. Die Olympiavierte fährt lediglich Spurschlitten und wird vom deutschen Verband offiziell verabschiedet.

© SID

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