Ski alpin International
Ski-Star Bode Miller greift FIS und Wada an

Weltcup-Gesamtsieger Bode Miller (USA) hat sowohl den Ski-Weltverband FIS als auch die Anti-Doping-Weltagentur Wada heftig kritisiert. Der 28-Jährige bezeichnete die Regeln der FIS dabei als "absolut geisteskrank".

Ski-Star Bode Miller hat sowohl den Weltverband FIS als auch die Anti-Doping-Weltagentur Wada scharf angegriffen. Der 28 Jahre alte US-Amerikaner bezeichnete die Regeln der FIS am Rande der Weltcup-Abfahrt im kanadischen Lake Louise als "Wahnsinn" sowie "absolut geisteskrank" und nannte das Anti-Dopingprogramm der Wada "krank".

"Eine einzige Heuchelei"

"Wenn man sich das ganze Dopingprogramm und einige Mittel auf der Dopingliste ansieht, könnte man zu der Einsicht gelangen, dass die Verantwortlichen - inklusive Dick Pound (Wada-Chef, Anm. d. Red.) - selbst auf Drogen sind", sagte der Doppel-Weltmeister: "So wie das ganze Programm abläuft, das ist krank. Eine einzige Heuchelei."

Athleten, die das System - wie er selbst - kritisierten, würden "mundtot gemacht, weil sie sonst riskieren, Sponsoren zu verlieren", ergänzte Miller. Seiner Meinung nach basiert das Programm der Wada auf falschen Voraussetzungen. "Die Sicherheit der Sportler muss das Entscheidende sein, nicht die Fairness. Sicherheit ist das einzig legitime Kriterium."

US-Amerikaner forderte Freigabe von EPO

Miller hatte sich bereits Anfang Oktober für die Freigabe des Blutdopingmittels Epo eingesetzt. Mit der Einnahme der Substanz könnten Sturzrisiken verringert werden, lautete seine Begründung damals. Bei der FIS stießen diese Äußerungen auf wenig Gegenliebe. Miller sei "ein bisschen extrem", meinte FIS-Chef Gianfranco Kasper.

Auch mit der FIS legte sich Miller nun einmal mehr an. Dass die besten 30 Abfahrer des Abschlusstrainings im Rennen in umgekehrter Reihenfolge starten müssen, sei nicht akzeptabel, meinte Miller: "Mehr als alles andere kennzeichnet das den Wahnsinn mit der die FIS die Startnummern derzeit vergibt. Das ist eine der konfusesten und blödsinnigsten Dinge, die man im professionellen Sport tun kann." Die Athleten sollten sich ihre Startnummer selbst aussuchen können, "der Typ, der das letzte Training gewinnt, sollte zuerst wählen, dann der Zweite und so weiter. Für mich ist das nur logisch".

Das Prozedere der Startnummern-Vergabe ist für Miller nur eines von vielen Beispielen dafür, "wie die FIS arbeitet. Sie machen die blödsinnigsten Regeln für Dinge, die nicht sinnvoll sind. Die Dinge, die reguliert oder beachtet werden müssten, lassen sie völlig unbeachtet". Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Miller mit der FIS angelegt und damit gedroht, eine neue Rennserie zu gründen.

Beschwerde über vermehrte Dopingtests

Zusätzlich beschwerte sich Miller nun darüber, dass er häufiger als andere Athleten zu Dopingtests gebeten würde. "Nach Olympia 2002 wurde ich in fünf Monaten achtmal getestet. Das war so diskriminierend, dass ich einen Anwalt eingeschaltet habe. Dadurch war dann lange Ruhe."

Seit er aber die Freigabe von Epo gefordert habe, "wurde ich in drei aufeinanderfolgenden Wochen dreimal getestet, Daron Rahlves nur einmal. Das hat mit Zufall nichts zu tun". Das alles sei "demoralisierend", ergänzte Miller, der zum Weltcup-Auftakt im Oktober in Sölden beim Riesenslalom Rang zwei belegt hatte: "Das entfernt mich immer weiter vom Herzen des Sports."

© SID

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