Ski alpin International
Super-G dämpft Stimmung der Ski-Damen

Nach dem großartigen vierten Platz von Petra Haltmayr bei der Abfahrt am Samstag in Val d´Isere, sorgte das schwache Abschneiden beim Super-G am Sonntag für einen Stimmungsdämpfer bei den deutschen Ski-Damen.

Die Hoffnungen des deutschen Teams auf eine bessere Zukunft verblassten am Sonntag wieder schnell, nachdem Petra Haltmayr und Martina Ertl-Renz beim Super-G in Val d´Isere nur auf die enttäuschenden Plätze 32 und 34 kamen. Noch am Vortag hatte Haltmayr in der Abfahrt am gleichen Ort einen hervorragenden vierten Platz belegt.

Dennoch überwog nach dem ersten Speed-Wochenende nach der schweren Verletzung von Maria Riesch das Positive. "Mir fällt ein Stein vom Herzen, das baut unglaublich auf", sagte Haltmayr nach der Abfahrt, die Lindsey Kildow vor Caroline Lalive (beide USA) gewann. Cheftrainer Wolfgang Maier sprach von einem "Lebenszeichen" der Mannschaft: "Petra hat gezeigt, dass wir trotz der Ausfälle von Hilde Gerg und Maria Riesch noch in die Weltspitze fahren können. Nach dem Motto: Hurra, wir leben noch."

Haltmayr: "Es war kein schlechtes Rennen"

Durch die schwachen Auftritte am Sonntag wurde diese Freude nur bedingt getrübt. "Es war kein schlechtes Rennen von mir. Ich bin volle Attacke gefahren, aber ein Fehler am Anfang hat mir alle Chancen genommen", meinte Haltmayr. Auch Martina Ertl-Renz, beim ersten Super-G in Lake Louise noch Vierte, wollte ihre Platzierung nicht überbewerten. "Ich bin ganz gut gefahren. Bei derartigen Verhältnissen kam ich aber noch nie so richtig gut zurecht. Mir liegen die technisch anspruchsvollen Pisten einfach mehr."

Während sich das Interesse der Reporter-Schar nach dem Super-G auf die österreichischen Doppelsiegerinnen Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer konzentrierte, stand noch am Samstag Petra Haltmayr im Blickpunkt. "Jetzt weiß ich, wie es den anderen immer ging", sagte sie. Die anderen, das sind ihre Teamkolleginnen Hilde Gerg und Maria Riesch, noch vor wenigen Wochen die Vorzeige-Damen des deutschen Speed-Teams. Weil Gerg aber ihre Karriere unlängst beendet hat und Riesch verletzt zu Hause sitzt, muss nun Petra Haltmayr die Fragen der Reporter beantworten.

Haltmayr will keine Leaderin sein

Die 30-jährige Rettenbergerin ist unverhofft zur Vor-Fahrerin des deutschen Skiverbandes (DSV) geworden. Sie führt die geschrumpfte Truppe der schnellen Damen nun alleine an, der neben ihr nur noch die jeweils 24 Jahre alten Isabelle Huber (Ruhpolding) und Stefanie Stemmer (Rottach-Egern) angehören. "Ich sehe mich aber nicht als Leaderin und stehe nicht so gerne im Mittelpunkt und vor den Kameras", sagte Haltmayr.

Doch ihre Kolleginnen konnten in Val d´Isere nicht überzeugen. Huber wurde in der Abfahrt 35., im Super-G fuhr sie auf Rang 57. Stemmer musste sich mit einem 54. Platz beim Super-G begnügen. Bei der Abfahrt war sie mit Startnummer 55 "Opfer" des wetterbedingten Abbruchs des Rennens nach der 47. Läuferin. Petra Haltmayr muss sich also auf weitere Überstunden vor Mikros und Notizblöcken einstellen.

"Petra hat zwar enormes Potenzial. Aber die Lücke, die Hilde und Maria hinterlassen haben, kann sie nicht schließen. Damit wäre sie überfordert", sagte jedoch Coach Maier. Haltmayr sei zu sprunghaft, fahre nicht konstant genug und könne zwischen Platz fünf und 15 jeden Platz erreichen. "Er meint wohl, zwischen Platz fünf und 50", konterte Petra Haltmayr, als sie ihr Lächeln nach dem Super-G wieder gefunden hatte.

© SID

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