Ski alpin National
100 Jahre DSV: Viel erreicht, noch viel zu tun

Der Deutsche Skiverband feierte sein 100-jähriges Jubiläum. Der Verband kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückschauen, hat für die Zukunft aber auch anspruchsvolle Aufgaben im Blick.

Seit einem vollen Jahrhundert organisiert der DSV nun schon den deutschen Skisport. Exakt ein Jahrhundert und einen Tag nach seiner Gründung am 4. November 1905 lud der Deutsche Skiverband am Samstagabend Gäste aus Sport und Politik, Funktionäre und Ehrenamtler, sowie zahlreiche Weltmeister und Olympiasieger zu seiner Geburtstagsfeier - und zog gleichzeitig eine positive Zwischenbilanz.

Einer der erfolgreichsten Sportdachverbände der Welt

"Der DSV ist zwar ein betagter, aber auch rüstiger Jubilar. Wir stehen auf einem sehr stabilen und grundsoliden Fundament", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann in seiner Begrüßungsrede. Tatsächlich präsentiert sich der Verband in seinem Jubiläumsjahr sportlich und wirtschaftlich so erfolgreich wie niemals zuvor. Dank der Sponsoren- und Fernsehverträge ist der DSV finanziell unabhängig. Im Sommer schuf der Verband mit der Gründung dreier selbstständiger Gmbhs für Leistungssport, Marketing und Verwaltung neue, starke Strukturen. Es ist nicht übertrieben, wenn Hörmann den DSV als "einen der erfolgreichsten Sportdachverbände der Welt" lobt.

Dabei war die Geburt kompliziert. Im Münchner Augustiner Bräu musste erst der Widerstand des Thüringer Wintersportverbandes und des Oberharzer Skiklubs gebrochen werden, die einen "mitteleuropäischen Skiverband" unter Einschluss der Schweiz und Deutsch-Österreichs favorisierten. Thüringen und Oberharz blieben zunächst außen vor - der Weg war frei für den ersten Präsidenten Wilhelm Offermann.

Der Streit in der Geburtsstunde gehört sicher genauso zu den von Hörmann angesprochenen "weniger schönen Kapiteln" der Geschichte des DSV, wie die Zeit zwischen 1933 und 1945. Damals ging der Verband im "Reichsfachamt Skilauf im Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen" auf und sammelte knapp 1,6 Mill. Ski für die Ostfront. Weniger folgenreich, aber ebenfalls nicht immer störungsfrei verlief die Vereinigung der Verbände aus Ost- und Westdeutschland nach 1990.

Anspruchsvolle Zukunftsaufgaben für den DSV

15 Jahre danach fordert Hörmann, der DSV müsse "den Mut haben, neue Themen anzupacken und alte Abläufe in Frage stellen". Dazu gilt es, die Mitgliederzahl von derzeit über 700 000 auf eine Million zu steigern. Mit der Bewerbung Garmisch-Partenkirchens für die Alpine Ski-WM 2011 und der Verlängerung des 2007 auslaufenden TV-Vertrages mit RTL hat der Verband zwei anspruchsvolle Aufgaben vor der Brust.

Zunächst aber richten sich Kraft und Konzentration auf die Olympischen Winterspiele 2006. "Realistisches Ziel für Turin sind 15 Medaillen", sagte Generalsekretär Thomas Pfüller vor wenigen Wochen. In Salt Lake City hatten die Skispringer und -läufer 18-mal Edelmetall geholt. "Nur wenn wir weiterhin in allen Disziplinen in der Weltspitze mitmischen, werden wir langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein", formulierte Hörmann noch einmal den Anspruch des DSV - damit er auch in 100 Jahren wieder stilvoll feiern kann.

© SID

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