Ski alpin National
Ex-Ski-Ass Irene Epple feiert 50. Geburtstag

Zwei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen, elf Weltcupsiege und Platz zwei im Gesamtweltcup waren die größten Erfolge von Irene Epple. Die ehemalige Weltklasse-Skiläuferin feiert heute ihren 50. Geburtstag.

Es gibt Schlagzeilen, auf die sie sicher gerne verzichtet hätte. Irene Epple wird nachgesagt, gerne die Kontrolle zu besitzen über das, was in ihrem Leben geschieht, allerdings: Ein paar Mal ist ihr das misslungen. Anfang der 80er Jahre sorgte ihre Beziehung mit dem britischen Leichtathleten Sebastian Coe, heute im Stand eines Lords und Chef der Olympischen Spiele 2012 in London, in ganz Europa für Aufsehen. Ein Jahrzehnt später war es dann die noch etwas heftiger publizierte Liasion mit Theo Waigel.

"Irene möchte eben immer alles hundertprozentig machen", hat Maria Epple einmal über die zwei Jahre ältere Schwester gesagt, die am Montag 50 Jahre alt wird. Die Schwestern aus Seeg im Allgäu sind Ende der 70er, Anfang der 80er gemeinsam höchst erfolgreich auf Weltklasse-Niveau Skirennen gefahren, das eher Kuriose dabei ist aber: Während die eher muntere "Marile" 1978 in Garmisch unerwartet Weltmeisterin im Riesenslalom wurde, blieb der eher strengen Irene trotz allen Ehrgeizes ein goldener Triumph versagt.

Nicht, dass Irene Epple nicht erfolgreich gewesen wäre. Elf Weltcupsiege, Dritte (1979) und Zweite (1982) im Gesamtweltcup, im Riesenslalom 1982 die Beste, Silber bei der WM-Abfahrt 1978, Silber auch 1980 beim olympischen Riesenslalom - mehr als eine respektable Bilanz. Doch irgendwie wirkte die Allgäuerin in ihrer Zeit als eine der weltbesten Ski-Rennläuferinnen auch immer wie ein Versprechen, das sich nie ganz erfüllte. Immerhin einmal stand die Abiturientin (Schnitt 1,4) aber ganz oben: 1980, als "Sportlerin des Jahres".

Doch Medaillen, hat Irene Epple einmal gesagt, seien eh' nur nutzloses Zeug, das man an die Wand hänge. "Was den Sport wirklich wertvoll macht ist die Tatsache, dass sich der Horizont erweitert. Ich habe gelernt, mich durchzusetzen und mit Niederlagen fertig zu werden", sagte sie nach ihrer Karriere, die immer zum ungünstigsten Zeitpunkt von Verletzungen behindert wurde: Vor der Saison 1979/80 etwa plagte sie der Knöchel, dennoch gewann sie Olympiasilber in Lake Placid - im Riesenslalom, nach zuvor Rang 19 in der Abfahrt.

Eine Verletzung, lange unterschätzt, war schließlich auch der Auslöser, dass die Tochter eines Zimmermanns kurzerhand, aber mit der ihr eigenen Konsequenz die Karriere beendete. Das linke Knie, lange schon ein Problemfall, war im Frühjahr 1984 operiert worden, wollte aber nicht heilen. Und so entschied Irene Epple während der WM 1985 in Bormio: Schluss. Der Wille zur Leistung sei ja noch da gewesen, "aber Gefühl und Verstand sagten mir, dass es nichts mehr bringt." Sie ist eben keine Frau für halbe Sachen.

Das Ende ihrer 13 Jahre dauernden sportlichen Karriere kommt Irene Epple heute wie "eine Art Frühpensionierung" vor: "Plötzlich sind all die erworbenen Fähigkeiten nicht mehr gefragt." Doch schon einige Wochen nach Bormio schleppte sich die damals 27-Jährige auf Krücken in einen Vorlesungssaal in München zum Medizinstudium. "Es war eine reizvolle, neue Herausforderung", sagt sie, dabei wusste die zielstrebige Allgäuerin, im Ski-Zirkus "die Intellektuelle" genannt, schon als Kind, was sie mal werden wollte: Ärztin.

Heute ist sie Dr. Irene Epple-Waigel. Ende der 80er lernte sie den damals noch verheirateten Bundesfinanzminister Theo Waigel kennen, das Publikwerden der Beziehung verhinderte 1993 wohl dessen Wahl zum Vorsitzenden der CSU. Ein Jahr später, im November 1994, heiratete das Paar, im Mai des darauf folgenden Jahres kam der gemeinsame Sohn Konstantin zur Welt. Während sich Waigel nach 1998 aus der Politik zurückzog, stieg seine Frau auf kommunaler Ebene ein: Seit 2002 ist sie Abgeordnete des Kreistags Ostallgäu.

© SID

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