Ski alpin National
Gerg muss erneuten Tiefschlag überwinden

Nach ihrem Trainingssturz und der Knieverletzung droht Hilde Gerg nun das Aus für die Olympischen Spiele 2006 in Turin. Weitere Untersuchungen sollen nun Aufschlüsse über ein mögliches Comeback der 30-Jährigen geben.

Die Pläne für den Spätherbst ihrer Karriere hatte Hilde Gerg sicherlich anders geschmiedet, bevor ein verhängnisvoller Sturz nun sogar den Gedanken an eine letzte olympischen Medaille in Gefahr bringt. Der Traum vom krönenden Abschluss ihrer zwölf Jahre währenden alpinen Ski-Karriere ist am Donnerstag auf einer zu weichen Piste im amerikanischen Copper Mountain möglicherweise schon knapp drei Monate vor Olympia in Turin geplatzt.

Das Malheur ereignete sich im Training. Der Innenski rutschte weg, Hilde Gerg stürzte und erlitt erneut eine schwere Knieverletzung. "Das ist ein Tiefschlag", sagt die 30 Jahre alte Lenggrieserin.

Ihre Form sei gut gewesen, ergänzt die beste Abfahrerin des Deutschen Skiverbandes (DSV). Für die ersten Weltcup-Rennen Anfang Dezember in Nordamerika hatte sie sich einiges ausgerechnet, doch nun muss sie wehmütig zuschauen, wenn sich die Konkurrenz die Hänge runterstürzt: "Es ist klar, dass das auf die Moral drückt."

Maier sieht Rückschlag für das ganze Team

Nach einer ersten Diagnose zog sich Hilde Gerg eine Stauchung des Schienbeinkopfes, einen Meniskusschaden sowie einen Teileinriss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie zu. "Ihr Ausfall tut sehr weh. Das ist ein großer Rückschlag für das ganze Speed-Team", sagt Cheftrainer Wolfgang Maier.

Sollte Hilde Gerg für die komplette Saison passen müssen, würden die deutschen Olympia-Hoffnungen in den Speed-Disziplinen alleine auf Maria Riesch ruhen. Doch die 20 Jahre alte Partenkirchenerin hat nach eben erst überstandener Verletzung genug mit sich selbt zu tun.

Die 20-fache Weltcup-Siegerin Gerg aber schöpft Hoffnung aus der Vergangenheit. Sie kennt sich mit sowas aus. Im Februar 2000 brachen Schien- und Wadenbein, bei der anschließenden WM in St. Anton fuhr sie quasi aus dem Krankenbett zu Bronze im Super-G.

Gergs "offene Rechnung" mit Olympia

Im Dezember 2002 dann der erneute Rückschlag, Kreuzbandriss im linken Knie. Schon damals war das Karriereende in Sicht, doch Hilde Gerg ließ sich nicht entmutigen. Rekordverdächtige 14 Tage später stand sie beim Weltcup-Super-G in Cortina als Dritte wieder auf dem Treppchen.

Dieses Kunststück zu wiederholen, wird schwer, ausgeschlossen ist es gleichwohl nicht. Spätestens Anfang nächster Woche wird Gerg in Deutschland erwartet. Eine weitere Untersuchung bei ihrem Hausarzt Erich Rembeck wird dann Aufschluss darüber geben, ob das Knie der Teamweltmeisterin operiert werden muss. "Ob es eine Chance gibt, bei den Olympischen Spielen in Turin zu starten, werden diese Untersuchungen zeigen", sagt Hilde Gerg.

Dreimal schon war sie bei Winterspielen am Start, erstmals 1994 in Lillehammer als 18-Jährige. Neben Gold im Slalom 1998 in Nagano holte sie einmal Bronze in der Kombination, ebenfalls in Japan. 2002 reiste sie als Gold-Favoritin nach Salt Lake City und musste mit den Plätzen vier in der Abfahrt und fünf im Super-G eine der größten Enttäuschungen ihrer Laufbahn wegstecken. Hilde Gerg hat also noch eine Rechnung offen mit Olympia. Sie wird alles daran setzen, diese trotz aller Widerstände doch noch zu begleichen.

© SID

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